Sicherheitsleute schützen das UN-Gebäude in Genf. | Bildquelle: REUTERS

Polizei sucht vier Islamisten "Konkrete" Anschlagswarnung in Genf

Stand: 10.12.2015 16:25 Uhr

Die Genfer Polizei sucht nach vier Islamisten. Es gebe den konkreten Verdacht, dass Anschläge in der Schweizer Stadt geplant seien, teilten die Behörden mit. In der Stadt wurde die Alarmstufe erhöht, Gebäude wie die UN-Zentrale wurden besonders gesichert.

Die Genfer Behörden fahnden nach vier Terror-Verdächtigen. Die Warnstufe sei erhöht worden, erklärte das Sicherheitsdepartement der Schweizer Stadt. "Wir sind von einer vagen zu einer konkreten Gefährdung gekommen", sagte ein Sprecher. In Genf und in der gesamten Region wurden zusätzliche Polizeikräfte mobilisiert. Vor allem am Flughafen und am Bahnhof sind zusätzliche Kräfte im Einsatz. Auch die jüdische Gemeinde wurde Medienberichten zufolge besonders gewarnt.

Ein UN-Mitarbeiter sagte, die vier Verdächtigen hätten Verbindungen zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat". Es sei das gesamte UN-Gebäude durchsucht und teilweise evakuiert worden. In der Europazentrale der Vereinten Nationen arbeiten tagsüber mehrere Tausend Menschen, 400 Wachen sind für ihren Schutz abgestellt.

Weitere Verdächtige?

Die Zeitung "La Tribune de Genève" berichtete, dass neben den vier Islamisten noch zwei weitere Verdächtige gesucht würden. Sie seien mit einem Fahrzeug mit belgischen Kennzeichen in der Nacht auf Mittwoch ins Land gekommen.

Es gebe aber keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris im vergangenen Monat, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei.

Attentäter von Paris noch flüchtig

Bei den bislang schlimmsten Attentaten in Frankreich waren am 13. November in Paris 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden. Mehrere Attentäter, die teils aus Belgien gekommen waren, hatten in Pariser Cafés, Restaurants und im Konzertsaal Bataclan sowie vor der Fußballarena Stade de France auf Menschen geschossen oder sich selbst in die Luft gesprengt. Die meisten Angreifer sind inzwischen identifiziert. Nach Salah Abdeslam, dem Bruder eines der Selbstmordattentäter, wird seit den Anschlägen allerdings gefahndet.

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