Journalisten vor dem Haus im kalifornischen Perris, wo Eltern ihre 13 Kinder festgehalten haben | Bildquelle: REUTERS

Missbrauchsfall in Kalifornien Elternpaar bekennt sich nicht schuldig

Stand: 19.01.2018 07:22 Uhr

Folter, Misshandlung, Kindesgefährdung: Die Staatsanwaltschaft in Kalifornien hat das Elternpaar angeklagt, das seine 13 Kinder jahrelang gefangengehalten haben soll. Doch die Eheleute plädieren auf nicht schuldig.

Das Ehepaar, das in Kalifornien seine 13 Kinder jahrelang unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten haben soll, hat die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft in Riverside teilte mit, die Eltern hätten auf "nicht schuldig" plädiert.

Das Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles war zuvor wegen Folter, schwerer Misshandlung, Freiheitsberaubung und Kindesgefährdung angeklagt worden. Den Eheleuten droht eine 94-jährige Haftstrafe. Der 56-jährige Mann und seine 49 Jahre alte Ehefrau waren am Sonntag festgenommen worden, nachdem einer 17 Jahre alten Tochter die Flucht aus dem Haus gelungen war. Das Mädchen informierte die Polizei.

"In mehr als 20 Jahren als Strafverfolger im Bezirk Riverside ist dies einer der schlimmsten Fälle, den ich gesehen habe", sagte Staatsanwalt Mike Hestrin sichtlich erschüttert. Die Beamten stünden erst am Anfang der Ermittlungen, daher bat Hestrin um Hinweise von Nachbarn und Bekannten des Paares.

Staatsanwaltschaft in Riverside | Bildquelle: REUTERS
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Die Staatsanwaltschaft in Riverside teilte mit, die Eltern hätten auf "nicht schuldig" plädiert.

Misshandlung über viele Jahre hinweg

Dabei kommen bereits immer mehr Details über das Martyrium der Geschwister an die Öffentlichkeit: Der Staatsanwaltschaft zufolge soll die Misshandlung vor vielen Jahren begonnen haben. Demnach seien die 13 Kinder im Alter zwischen zwei und 29 Jahren oft geschlagen geworden und hätten kaum zu essen bekommen. Demnach wurden die Kinder zur Strafe zunächst mit Seilen, später mit Ketten gefesselt. Sechs der Geschwister sind den Angaben zufolge minderjährig, fast alle sind unterernährt. Die älteste Tochter des Paares würde mit 29 Jahren nur 37 Kilogramm wiegen.

Drei Kinder seien angekettet gewesen, als Beamte das Haus betraten. Die Eltern hätten noch versucht, zwei der Opfer zu befreien.

Den Kindern sei nicht erlaubt worden, öfter als ein einziges Mal im Jahr zu duschen. Arztbesuche seien ihnen verboten gewesen. Oft hätten sie nicht einmal auf die Toilette gehen können, weil die Eltern ihnen die Fesseln nicht abnehmen wollten. Beamte hätten im Haus Spielzeug gefunden, das allerdings noch verpackt war und womit die Kinder nicht hätten spielen dürfen.

Erlaubt war es den Kindern aber offenbar, Tagebuch zu führen. Zahlreiche Aufzeichnungen wurden laut den Ermittlern im Haus sichergestellt. Hestrin sprach von "starken Beweismittlen", um die Vorgänge in der Familie aufzuklären.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Januar 2018 um 02:00 Uhr.

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