Männer, Frauen und Kinder tragen ihre Habseligkeiten. | Bildquelle: AFP

Geberkonferenz in Genf 340 Millionen Dollar für Rohingya-Flüchtlinge

Stand: 23.10.2017 19:46 Uhr

Mitgliedsländer der UN haben Hilfsgelder in Höhe von etwa 340 Millionen US-Dollar für Rohingya-Flüchtlinge zugesichert. Insgesamt werden 434 Millionen Dollar benötigt, um den Menschen zu helfen.

Es fehlt immer noch viel Geld, um den Hunderttausenden geflohenen Rohingya aus Myanmar zu helfen. Doch bei einer Geberkonferenz in Genf haben Mitgliedsländer der Vereinten Nationen (UN) jetzt Zusagen in Höhe von 340 Millionen US-Dollar gemacht. Die EU versprach dazu weitere 30 Millionen Dollar an Hilfszahlungen. UN und Hilfsorganisationen wollen bis Februar 2018 insgesamt 434 Millionen US-Dollar auftreiben, um die Flüchtlinge mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten zu versorgen.

Flucht vor Tötung, Brandschatzung, Vergewaltigung

Die Gelder sollen hauptsächlich Bangladeschs Grenzregion Cox's Bazar zugutekommen - dort leben hunderttausende Flüchtlinge der muslimischen Rohingya-Minderheit aus Myanmar.

Die Rohingya sind Muslime, die im überwiegend buddhistischen Myanmar nicht als Minderheit anerkannt und seit Jahren verfolgt werden. Nach UN-Angaben haben bislang etwa 600.000 Rohingya im benachbarten Bangladesch Schutz gesucht.

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock sagte, die Angehörigen der Minderheit hätten in Myanmar Schreckliches erlebt. Sie seien aus dem westlichen Teilstaat Rakhine vor Tötungen, Brandschatzungen, Vergewaltigung und Folter geflohen. Er sprach von der "am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise der Welt." Die Lage sei "ein Albtraum".

Millionen-Hilfen für Rohingya-Flüchtlinge
tagesschau 20:00 Uhr, 23.10.2017, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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UN spricht von "ethnischen Säuberungen"

Der Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angegriffen und dutzende Sicherheitskräfte getötet haben. Das Militär reagierte mit Vergeltung, bei der Hunderte Menschen getötet wurden. Die UN stuft das Vorgehen der myanmarischen Armee gegen die Rohingya als "ethnische Säuberungen" ein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2017 um 16:00 Uhr.

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