Mehrere Kinder sitzen an einem Esstisch, der von Kerzenlicht beleuchtet wird.  | Bildquelle: AFP

Wegen Streit zwischen Fatah und Hamas Israel kürzt Gazastreifen den Strom

Stand: 12.06.2017 11:52 Uhr

Israel leitet weniger Strom nach Gaza, nachdem die Palästinenserbehörde selbst darum gebeten hat. Hintergrund ist ein Streit zwischen Fatah und Hamas. Die Menschen in Gaza müssen sich nun weiter einschränken und Israel gerät in eine heikle Lage.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Tel Aviv

Benjamin Netanyahu | Bildquelle: AP
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Das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Netanyahu hat die Stromkürzung für Gaza beschlossen.

Rund vier Stunden pro Tag bekommen die Bewohner des Gazastreifens momentan Strom aus dem öffentlichen Netz - bald dürften es nur noch etwas mehr als drei Stunden sein: Das Sicherheitskabinett von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat beschlossen, die Stromversorgung weiter einzuschränken, berichten israelische Medien.

Der Gazastreifen bekommt einen großen Teil seines Stroms aus Israel geliefert, bisher hat dafür die palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas bezahlt. Doch die Behörde will die Zahlungen kürzen und hat Israel gebeten, die Stromlieferungen zu einzuschränken - Hintergrund sind Streitigkeiten zwischen der Fatah und der rivalisierenden Hamas, die im Gazastreifen an der Macht ist.

Heikle Entscheidung für Israel

Israel hat das in eine schwierige Situation gebracht: Würde das Land weiterhin genauso viel Strom liefern, würde der Vorwurf laut werden, Israel würde indirekt die islamistische Hamas mitfinanzieren. Durch die Entscheidung, die Stromlieferungen zu kürzen, dürfte sich jetzt aber die humanitäre Krise im Gazastreifen weiter zuspitzen. Es wird befürchtet, dass dadurch die Gewalt zwischen Israel und der Hamas wieder eskalieren könnte.

Israel will Stromversorgung im Gazastreifen weiter einschränken
L. Weiß, ARD Tel Aviv
12.06.2017 10:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Juni 2017 um 11:03 Uhr

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