Gasventil an einer Pipeline in der Ukraine | Bildquelle: AFP

Zuspitzung des Russland-Ukraine-Konflikts Kein Gas, kein freier Luftraum

Stand: 25.11.2015 13:53 Uhr

Die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland nehmen wieder zu. Erst drehte Moskau Kiew den Gashahn zu. Dann kündigte die Ukraine an, sowieso auf weitere Lieferungen verzichten zu wollen. Darüber hinaus sperrte das Land auch noch den Luftraum für russische Flugzeuge.

Der Streit zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich wieder zu. Die Ukraine sperrte ihren Luftraum für alle russischen Flugzeuge, wie Ministerpräsident Arseni Jazenjuk mitteilte. Das Land hatte bereits im Oktober allen russischen Fluglinien verboten, im Staatsgebiet zu landen. Das Territorium überqueren durften sie allerdings noch. Damit ist nun auch Schluss.

Desweiteren untersagte die Ukraine ihrem Energiekonzern Naftogaz den Kauf von weiterem Gas in Russland. Damit solle die Ukraine unabhängiger von russischer Energie werden, sagte Jazenjuk.

Arseni Jazenjuk | Bildquelle: REUTERS
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Ministerpräsident Jazenjuk: Keine Gaslieferungen mehr aus Russland.

Russland stellt Gaslieferung ein

Mit dem Überflug- und dem Ankauf-Verbot reagiert die Ukraine auf die Entscheidung Russlands, Gaslieferungen an das Nachbarland einzustellen. Der russische Energiekonzern Gazprom, der bislang das ukrainische Unternehmen Naftogaz belieferte, hatte den Stopp mit den ausbleibenden Zahlungen von ukrainischer Seite begründet. Es habe aber auch keine neuen Gasbestellungen gegeben.

Naftogaz verfügt eigenen Angaben zufolge über genügend Gas-Vorräte. Lieferungen seien vorerst nicht nötig.

Warnung vor "ernsten Risiken" für Westeuropa

Russland und die Ukraine hatten im September ein Abkommen unterzeichnet, das die Gasversorgung bis März 2016 garantieren sollte. Der russische Konzern Gazprom nahm die Lieferungen an die Ukraine erst im Oktober wieder auf. Vorherige Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine hatten bereits dazu geführt, dass die Gasversorgung eingestellt wurde. 2009 kam es mitten im Winter zu schweren Störungen bei Lieferungen in EU-Länder.

Auch im aktuellen Fall warnt Gazprom-Chef Alexei Miller vor "ernsten Risiken", die durch den erneuten Stopp für die Versorgung von Westeuropa mit Gas entstehen könnten. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas für die Europäische Union. Die EU-Kommission reagierte allerdings gelassen auf die eingestellten Lieferungen. "Die Kommission macht sich keine besonderen Sorgen über den Gasfluss von Russland an die Ukraine", hieß es von einer Kommissionssprecherin.

Stromausfall auf der Krim

Hintergrund für die neuerliche Zuspitzung des Konflikts ist unter anderem ein Zwischenfall auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Dort hatten am Wochenende mutmaßlich ukrainische Nationalisten mehrere Masten einer Starkstromleitung gesprengt. Damit war die gesamte Stromzufuhr zu der 2014 annektierten Krim unterbrochen, nachdem bereits am Freitag wichtige Stromleitungen durch Sabotage lahmgelegt worden waren.

Nach dem letzten Sabotageakt rief die Krim den Notstand aus. Die rund zwei Millionen Bewohner werden seit dem Wochenende über Notgeneratoren versorgt. Die Ukraine stellte daraufhin am Montag die Warenlieferungen auf die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel ein.

Russland stoppt Gaslieferung an die Ukraine
Florian Kellermann, DLF
25.11.2015 17:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. November 2015 um 12:00 Uhr.

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