Aktivisten protestieren gegen den G7-Gipfel in Taormina | Bildquelle: REUTERS

Enttäuschung über den G7-Gipfel Magere Ergebnisse, heftige Kritik

Stand: 28.05.2017 11:27 Uhr

Der G7-Gipfel in Taormina hat die Hoffnungen von Hilfsorganisationen und Klimaschützern enttäuscht. Angesichts der mageren Ergebnisse hagelt es von ihrer Seite heftige Kritik - dabei fallen Begriffe wie "Desaster" und "Versagen".

Der Streit der sieben großen Industrienationen auf ihrem ersten G7-Gipfel mit US-Präsident Donald Trump bei den Themen Entwicklungshilfe und Klimaschutz ist auf scharfe Kritik gestoßen. Entwicklungsorganisationen warfen den Staats- und Regierungschefs nach dem Treffen in Taormina auf Sizilien Versagen vor.

Michael Schramm, ARD Istanbul zzt. Taormina, zum G7-Gipfel
tagesschau24 12:00 Uhr, 28.05.2017

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Wenig Hilfe für hungernde Menschen

Sie bemängelten, dass die reichen G7 keine neuen Finanzzusagen für den Kampf gegen Hungersnöte in Afrika gemacht hatten. Die Gipfelteilnehmer hätten es versäumt, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um den Menschen in Jemen, Somalia, Südsudan und Nigeria zu helfen. 20 Millionen Menschen sind dort von Hungersnöten bedroht. Für den UN-Hilfsappell von 6,9 Milliarden US-Dollar liegen erst Zusagen über 30 Prozent vor. "Dieser G7-Gipfel ist ein Desaster für die hungernden Kinder in Afrika und Arabien", sagte Marwin Meier von World Vision.

Ohne ein sofortiges und entschlossenes Handeln werde die Krise aber außer Kontrolle geraten, mahnte auch die Hilfsorganisation Oxfam. Die Welthungerhilfe zeigte sich ebenfalls enttäuscht. Es seien weder konkrete Schritte vereinbart worden noch seien politischen oder finanziellen Verpflichtungen erzielt worden, erklärte die Referentin für Ernährungspolitik, Simone Welte, in Taormina. Das Thema Ernährungssicherung sei überhaupt nicht ausreichend behandelt worden.

Der US-Präsident habe eine feindliche Verhandlungshaltung gezeigt, sagte Friederike Röder von der Entwicklungsorganisation ONE. Sie nahm nun die größere internationale Gemeinschaft in die Pflicht. Mit Blick auf den Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im Juli in Hamburg sagte sie: "Jetzt müsse der G20-Gipfel da einspringen, wo der G7 gescheitert ist."

Klimaschützer fordern Geschlossenheit

Auch beim Klimaschutz gab es keine Einigung. Hier habe sich US-Präsident Donald Trump "ins Aus geschossen", erklärte die Umweltorganisation Greenpeace. Die anderen Staats- und Regierungschefs müssten nun geschlossen vorangehen.

Auch aus der deutschen Politik wurden Forderungen an die anderen Staaten laut, jetzt noch mehr Druck zu machen. "Wenn Amerika wackelt, müssen wir stehen", sagte Grünenchef Cem Özdemir vor dem Hintergrund der Überlegungen der US-Regierung, vielleicht aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Es dürfe keine falsche Scheu vor harten Auseinandersetzungen geben. Die restlichen Industrieländer müssen bis zum G20-Gipfel in Hamburg umso mehr Druck ausüben und mit ambitionierten Plänen vorangehen." Die US-Regierung dürfe nicht zum Bremsklotz der internationalen Klimadiplomatie werden.

Umweltministerin Barbara Hendricks bedauerte die Blockadehaltung des US-Präsidenten. Sechs der G7-Staaten hätten sich "klar für Wohlstand durch Klimaschutz entschieden", sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". "Natürlich wäre es gut gewesen, wenn auch die USA jetzt schon mitgemacht hätten", fügte die Ministerin hinzu. Sie äußerte aber die Hoffnung, dass Trump noch einlenken werde. "Hoffentlich trifft er die richtige Entscheidung für die Menschen in seinem Land."

"G7-Gipfel überflüssig"

Angesichts der mageren Ergebnisse des Treffens in Taormina nannte die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, den G7-Gipfel auf Sizilien "überflüssig". "Wenn man das Geld, das er gekostet hat, stattdessen etwa den 500.000 vom Hungertod bedrohten Kindern im Jemen gegeben hätte, hätte es die Welt wenigstens ein kleines Stück besser gemacht", sagte Wagenknecht der Nachrichtenagentur dpa.

Schlechtes Zeugnis für Trump

Scharfe Kritik an der Premiere des US-Präsidenten beim G7-Gipfel übte der CDU-Außenexperte Jürgen Hardt. "Was wir auf den Gipfeln erlebt haben, entspricht weder dem, was wir intellektuell, noch was wir vom Potenzial Amerikas her von einem amerikanischen Präsidenten erwarten", sagte der Koordinator für transatlantische Beziehungen im Auswärtigen Amt der dpa.

Durch seine strikte Haltung in der Klimafrage, seine unklaren Äußerungen zum Freihandel und seine Position in der Flüchtlingspolitik habe sich Trump isoliert. "Ich glaube, Donald Trump hat eine große Chance verpasst, einen Führungsanspruch in der Welt geltend zu machen, wie er eigentlich von einem amerikanischen Präsidenten ein Stück weit erwartet wird."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Mai 2017 um 20:00 Uhr und inforadio am 28. Mai 2017 um 06:00 Uhr.

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