Mitarbeiter von Tepco während einer Journalistenführung am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi | Bildquelle: dpa

Katastrophe in Fukushima Japan muss Entschädigung zahlen

Stand: 10.10.2017 14:00 Uhr

Tausende ehemalige Anwohner der Atomanlage Fukushima sollen von der japanischen Regierung und der Betreiberfirma Tepco eine Entschädigung erhalten. Die Regierung hätte die Atomkatastrophe von März 2011 vorhersehen und verhindern können, urteilte ein Gericht.

Die japanische Regierung und der Betreiber der Atomanlage Fukushima müssen Tausenden ehemaligen Anwohnern insgesamt 500 Millionen Yen (rund 3,8 Millionen Euro) an Entschädigung für Existenzverluste bei der Atomkatastrophe 2011 zahlen. Pro Kopf sollen die Anwohner demnach bis zu knapp 2800 Euro erhalten. Monatliche Entschädigungszahlungen lehnten die Richter ab.

Das Bezirksgericht von Fukushima entschied, dass die Regierung es unterlassen habe, die Betreiberfirma Tepco aufzufordern, Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern, obwohl man schon 2002 von einem Risiko eines massiven Tsunamis in der Region gewusst habe.

Im März hatte bereits ein anderes Gericht in Maebashi sowohl die Regierung als auch Tepco für das Unglück verantwortlich gemacht. Im September wies das Bezirksgericht von Chiba bei Tokio dagegen allein dem Akw-Betreiber die Verantwortung zu.

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Fünfter Jahrestag der Tsunami-Katastrophe in Japan (2016)

Erst ein Beben, dann ein Tsunami und dann der GAU im AKW Fukushima. 18.500 Menschen kamen bei der Dreifach-Katastrophe am 11. März 2011 ums Leben. Fotos von damals und 2016.

Blick auf den Ort Natori in der Präfektur Miyagi am 11. März 2011
Blick auf den Ort Natori in der Präfektur Miyagi im Februar 2016

Fünf Jahre ist es her: Ein Erdbeben löste in Japan einen Tsunami und eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi aus. In Natori zerstörten am 11. März 2011 Wassermassen den gesamten Ort. 2016 gibt es an dieser Stelle keine Häuser mehr.

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Größte von rund 30 Sammelklagen

Rund 3800 Bürger hatten die größte von rund 30 laufenden Sammelklagen gegen den Staat und Tepco angestrengt. Sie forderten eine monatliche Entschädigung von 50.000 Yen (380 Euro), bis die Strahlung auf den Stand vor dem Gau in Folge eines Erdbebens und Tsunamis im März 2011 gesunken ist.

Sie bilden die größte Gruppe unter rund 30 ähnlichen Klagen, in die 12.000 Personen in Japan involviert sind.

Im Atomkraftwerk von Fukushima war infolge eines schweren Erdbebens und Tsunamis im März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört, das Gebiet im weiten Umkreis wurde radioaktiv verseucht und ist seither unbewohnbar. Es war die größte Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Oktober 2017 um 16:00 Uhr.

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