Francois Fillon | Bildquelle: AP

Frankreich vor der Wahl Fillon macht Boden gut

Stand: 21.02.2017 20:59 Uhr

Auf dem Weg zurück in die Favoritenrolle: Der durch eine Affäre unter Druck geratene konservative Präsidentschaftskandidat Fillon macht in Umfragen Boden gut. Konkurrent Macron fällt zurück. Beide würden Front-National-Chefin Le Pen in der Stichwahl besiegen.

In Frankreich hat der konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon einer Umfrage zufolge seinen unabhängigen Rivalen Emmanuel Macron überholt und gilt wieder als aussichtsreichster Bewerber für das Amt des Staatsoberhauptes. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Elabe würde der konservative Politiker in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit 20 bis 21 Prozent auf dem zweiten Platz landen. Das ist ein Plus von drei Punkten im Vergleich zur Elabe-Umfrage vor zwei Wochen.

Fillon rückt damit wieder vor den parteilosen Ex-Wirtschaftsminister Macron. Der 39 Jahre Polit-Jungstar verliert fünf Prozentpunkte und bekäme nun zwischen 17 und 18,5 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut Opinionway sieht Fillon und Macron gleichauf bei 21 Prozent. Fillon gewinnt hier im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt, Macron verliert einen.

Le Pen vorn, aber nur im ersten Wahlgang

In beiden Umfragen liegt weiterhin die rechtsextreme Front-National-Chefin Marine Le Pen mit 27 bis 28 Prozent klar vorn - allerdings nur in der ersten Wahlrunde am 23. April. Sowohl Fillon als auch Macron würden die FN-Chefin in der Stichwahl am 7. Mai demnach aber deutlich besiegen.

Fillon erobert also die Favoritenrolle langsam zurück, die er nach Enthüllungen der investigativen Satirezeitung "Le Canard Enchaîné" verloren hatte. Fillon musste einräumen, seine Ehefrau Penelope jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin bezahlt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Scheinbeschäftigung. Fillon betont dagegen, die Beschäftigung seiner Frau sei legal gewesen. Die Affäre schadete dem Ansehen des selbsterklärten Saubermanns aber schwer, wenn offenbar auch nicht nachhaltig.

In Umfragen liegen Le Pen, Fillon und Macron schon lange Zeit vorne. Der sozialistische Kandidat Benoît Hamon käme laut Umfragen nur auf zwischen zwölf und 15 Prozent, gleichauf mit oder etwas vor dem Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Bei der Präsidentschaftswahl in zwei Monaten tritt der sozialistische Amtsinhaber François Hollande angesichts miserabler Umfragewerte nicht erneut an.

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