Die Kandidaten des TV-Duells in Frankreich | Bildquelle: AFP

TV-Debatte in Frankreich Schlagabtausch der Favoriten

Stand: 21.03.2017 00:52 Uhr

Fünf Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben sich die wichtigsten Kandidaten ihr erstes TV-Duell geliefert. Insbesondere die Favoriten Macron und Le Pen lieferten sich einen harten Schlagabtausch. Themen waren unter anderem der Islam, Terrorismus, EU und Einwanderung.

Mit einem heftigen Schlagabtausch zwischen dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen ist Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf in die heiße Phase gestartet.

Bei der ersten TV-Debatte der fünf aussichtsreichsten Kandidaten beharkten sich Le Pen und Macron am Montagabend unter anderem zur Frage des Islam, der Einwanderung und der hitzigen französischen Debatte um religiöse Symbole im öffentlichen Raum. Macron warf Le Pen daraufhin Provokation vor. "Sie tappen in die Falle, die Franzosen zu spalten", so der 39-Jährige. "Das hat nichts mit der Laizität (der Trennung von Kirche und Staat) zu tun."

Wer kam bei den Zuschauern am besten an? Eine Einschätzung von Judith Müllender, ARD Paris
nachtmagazin 00:15 Uhr, 21.03.2017

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EU als weiteres Streitthema

Le Pen setzt auf Protektionismus und will ein Referendum über den EU-Austritt, Macron tritt dagegen für einen proeuropäischen, sozialliberalen Kurs ein. Macron fuhr Le Pen auch in die Parade, als diese anderen Kandidaten vorwarf, "nicht das Interesse der Franzosen" sondern großer Konzerne zu vertreten.

Der von Ermittlungen zum Verdacht einer Scheinbeschäftigung angeschlagene Konservative François Fillon stellte bei der Debatte seine staatsmännische Erfahrung als früherer Premierminister heraus.

In der Sicherheitsdebatte bezeichnete der konservative Kandidat Fillon Le Pens Plan, 40.000 zusätzliche Gefängnisplätze zu schaffen, als unrealistisch. "Ich schlage 16.000 Gefängnisplätze vor, das wäre schon mal nicht schlecht", sagte Fillon, der Frankreich vor allem mit einem Sparprogramm wieder auf die Beine helfen will. Der Sozialist Hamon warf Le Pen vor, sie "berausche" sich an den Vermischtenseiten in den Zeitungen.

 Mit der Fernsehdebatte, die es in dieser Form in Frankreich vor einer Präsidentschaftswahl noch nie gegeben hat, beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs. Bis zur ersten Wahlrunde am 23. April sind noch zwei weitere Fernsehdebatten geplant. Sie könnten das Präsidentchaftsrennen maßgeblich beeinflussen, zumal viele Franzosen noch unentschlossen sind, wem sie ihre Stimme geben sollen.

Macron in den Umfragen vorn

Geht es nach den Umfragen vor der Debatte, würde derzeit Le Pen die erste Runde mit rund 25 Prozent gewinnen. Bei der anschließenden Stichwahl am 7. Mai träfe sie nach derzeitigem Stand auf Macron, dem im direkten Duell bessere Chancen eingeräumt werden. Laut einer Umfrage von Odoxa würde sich der Unabhängige klar mit 64 Prozent zu 36 Prozent gegen die Rechtsextreme durchsetzen. Der wegen eines Finanzskandals angeschlagene Kandidat der konservativen Republikaner, Fillon, würde der Umfrage zufolge mit 19,0 Prozent den Einzug in die zweite Runde verfehlen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 20. März 2017 um 00:15 Uhr.

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