Festnahme auf der A16 von Paris nach Nordfrankreich | Bildquelle: AFP

Angriff auf Soldaten Festnahme nach Auto-Attacke

Stand: 09.08.2017 15:12 Uhr

Nach der mutmaßlichen Auto-Attacke auf Soldaten bei Paris ist ein Verdächtiger festgenommen worden, der mit dem gesuchten Fahrzeug in Richtung Nordfrankreich unterwegs war. Bei dem Einsatz fielen Schüsse.

Die französische Polizei hat nach der mutmaßlichen Autoattacke auf Soldaten nahe Paris einen Verdächtigen festgenommen. Die Polizei teilte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP mit, der Hauptverdächtige sei ergriffen und bei dem Einsatz verletzt worden.

Das mutmaßliche Tatfahrzeug sei auf der Autobahn 16 gestoppt worden, die von Paris nach Nordfrankreich führt, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Die Nachrichtenagentur AFP verbreitet ein Bild, das einen von zahlreichen Polizeifahrzeugen gestoppten und beschädigten dunklen BMW zeigt. Ein solches Auto war zuvor als Tatfahrzeug genannt worden.

Wie französische Medien weiter berichten, soll auch ein Polizist durch fehlgeleitete Schüsse verletzt worden sein. Der Festgenommene selbst sei nicht bewaffnet gewesen.

Polizisten bei einem beschädigten BMW nach der Festnahme eines Tatverdächtigen in Frankreich | Bildquelle: AFP
galerie

Bei der Festnahme auf der Fernstraße wurde der dunkle BMW erheblich beschädigt.

Attacke zu Dienstbeginn

Ein Mann war am Morgen gegen acht Uhr in einem Vorort von Paris in eine Gruppe Soldaten gerast. Der Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, sagte im Fernsehsender BFM-TV, das Auto habe in einer Sackgasse vor dem Gebäude geparkt. Als die Soldaten die Kaserne für eine Patrouille verlassen hätten, habe der Fahrer Gas gegeben und sei auf die Soldaten zugerast. Er habe "keinen Zweifel", dass der Fahrer absichtlich gehandelt habe - es handele sich um eine "widerwärtige Aggression". Auch Innenminister Gérard Collomb sagte: "Wir wissen, dass das eine absichtliche Tat war"

Beim dem Vorfall wurden zwei Soldaten schwer verletzt, vier leichter. Keiner der Verletzten befindet sich aber in Lebensgefahr. Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly sprach von einer "feigen Tat". Der Angriff werde nicht die "Entschlossenheit der Soldaten" mindern, sich für die Sicherheit der Franzosen einzusetzen, erklärte die Ministerin.

Der Fahrer floh mit seinem Wagen. Es soll sich um einen dunklen BMW handeln. Nach der mutmaßlichen Attacke übernahm die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Die Behörde teilte mit, ermittelt werde unter anderem wegen terroristisch motivierter Mordversuche.

Tatort in Levallois-Perret | Bildquelle: AFP
galerie

Luftbild vom Tatort in Levallois-Perret

Tatort in Levallois-Perret | Bildquelle: REUTERS
galerie

Die Soldaten wurden unmittelbar vor ihrer Kaserne verletzt.

Auto fährt bei Paris in Soldatengruppe
Barbara Kostolnik, ARD Paris
09.08.2017 11:09 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Soldaten Teil des Anti-Terror-Kampfs

Bei den betroffenen Militärs handelt es sich um Soldaten, die im Rahmen der Anti-Terror-Operation "Sentinelle" in Levallois-Perret zur Bewachung eingesetzt werden.

"Sentinelle" (Wache oder Wachposten) wurde nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris ins Leben gerufen. Die rund 10.000 Soldaten bewachen unter anderem Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfe und Touristenattraktionen wie Museen oder den Pariser Eiffelturm.

Dabei werden die Soldaten selbst immer wieder Ziel von Angriffen. Im März war ein Mann am Pariser Flughafen Orly bei einer Attacke auf patrouillierende Soldaten erschossen worden. Im April wurde ein Polizist auf den Pariser Champs-Élysées erschossen.

Mit Informationen von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2017 um 15:00 Uhr.

Darstellung: