Der konservative französische Präsidentschaftskandidat Fillon | Bildquelle: AP

Frankreichs Konservative Fillon ruft zum Widerstand auf

Stand: 04.03.2017 05:55 Uhr

Der konservative französische Präsidentschaftskandidat Fillon gerät immer stärker unter Druck. Aufgeben will er nicht. Stattdessen ruft er seine Anhänger zu einer Demo in der Nähe des Eiffelturms auf. Zwei enge Mitarbeiter Fillons kündigten derweil ihren Rücktritt an.

Die Rufe nach einem Rücktritt werden immer zahlreicher, doch der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen, François Fillon, will nicht aufgeben. Der in der wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre unter Druck geratene Politiker rief seine Anhänger stattdessen zum Widerstand auf.

Sie sollten am Sonntag in Paris für ihn demonstrieren. "Ich erwarte euch zahlreich, sehr zahlreich, um allen zu zeigen, was der Wille der Aktivisten Frankreichs ist", sagte Fillon in einer Videobotschaft.

Zwei Rücktritte an einem Tag

Fillons Wahlkampf-Chef Patrick Stefanini und Kampagnen-Sprecher Thierry Solère kündigten jedoch derweil ihren Rücktritt an. Medien sprachen von einem "Aderlass" bei den Unterstützern Fillons. Nach Zählung der Zeitung "Libération" distanzierten sich bisher bereits mehr als 130 Politiker der konservativen Republikaner und ihrer Verbündeten von Fillon.

So forderte der frühere Premierminister Dominique de Villepin Fillon ebenso zum Rückzug auf wie die Europaabgeordnete Nadine Morano. "Er kann nicht mehr Kandidat sein, weil er keinen inhaltlichen Wahlkampf mehr führen kann", sagte de Villepin im Sender Europe1. Morano warnte bei France Info: "Wenn er trotz allem weiter macht, sind wir in einer Sackgasse."

Juppé steht in den Startlöchern

Ersatz für Fillon stünde jedenfalls bereit. Der frühere Premierminister Alain Juppé ließ am Freitag erkennen, dass er als Kandidat einspringen würde - und erhöhte damit den Druck weiter. Einer Umfrage zufolge könnte eine Kandidatur Juppés die Dynamik des Wahlkampfs zugunsten der Konservativen verändern. 

Fillons Wahlkampf wird seit Wochen vom Verdacht überschattet, er habe seiner Frau eine lukrative Scheinbeschäftigung auf Parlamentskosten verschafft. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Mittel. Auch in Umfragen war er abgerutscht und käme nach den derzeitigen Prognosen nicht in die entscheidende Stichwahl.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl steht am 23. April an. Fillon lag zuletzt in Umfragen für den ersten Wahlgang auf Platz drei hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem früheren Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der unabhängig von den traditionellen Parteien antritt. Nach einer Erhebung des Instituts Odoxa würde Juppé sich dagegen an die Spitze setzen, knapp vor Macron und Le Pen.

Ellis Fröder, ARD Paris, zur Fillon-Affäre
tagesschau 14:15 Uhr, 03.03.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. März 2017 um 14:15 Uhr und Deutschlandradio Kultur am 04. März 2017 um 06:10 und 06:14 Uhr.

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