Der französische Präsident Emmanuel Macron | Bildquelle: REUTERS

Legale Einreise nach Europa 10.000 Flüchtlinge dürfen nach Frankreich

Stand: 10.10.2017 00:41 Uhr

Frankreich will innerhalb von zwei Jahren 10.000 Flüchtlinge im Rahmen eines UN-Programms aufnehmen. Noch in diesem Monat sollen Büros in zwei afrikanischen Staaten eröffnet werden. Tausende sollen zudem aus Syriens Nachbarstaaten kommen dürfen.

Die französische Regierung will in den kommenden beiden Jahren 10.000 Flüchtlingen eine legale Einreise nach Frankreich ermöglichen. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron nach einem Treffen mit dem UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, an.

3000 Plätze für Afrikaner

Frankreich werde in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR 10.000 Plätze für eine Umsiedlung von Flüchtlingen anbieten, die sich in der Türkei, dem Libanon, Jordanien, Niger oder Tschad aufhalten. 3000 Plätze sollen laut Innenminister Gérard Collomb für Menschen zur Verfügung stehen, die sich in den Transitländern Tschad und Niger aufhalten.

Bereits in den kommenden Wochen sollen dort Büros eröffnet werden, um die Asylchancen von Flüchtlingen zu prüfen. Mitarbeiter der französischen Flüchtlingsbehörde Ofpra sollen noch im Oktober in den Niger reisen. Zudem sollen Ausreisewillige ohne Chance auf Asyl besser über die "Situation" aufgeklärt werden, um den "Zustrom von Wirtschaftsflüchtlingen" einzudämmen, sagte Macron.

Der französische Präsident Emmanuel Macron im Gespräch mit UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, in Paris | Bildquelle: REUTERS
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Frankreich und das UNHCR wollen gemeinsam legale Migration steuern: Präsident Macron und UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Grandi

Versprechen aus dem August eingelöst

Mit der Ankündigung setzt Macron eine Zusage eines Gipfeltreffens zur Flüchtlingskrise um, an dem Ende August in Paris neben Macron auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Staats- und Regierungschefs Spaniens, Italiens, Libyens, des Tschad und des Niger teilgenommen hatten.

Die EU-Kommission hatte im September vorgeschlagen, in den kommenden zwei Jahren mindestens 50.000 Flüchtlingen aus Drittstaaten nach Europa zu holen. Dies soll nach Darstellung der Brüsseler Behörde auch dazu beitragen, illegale Migration einzudämmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Oktober 2017 um 06:00 Uhr.

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