Atomkraftwerk Fessenheim

Behörde ordnet Abschaltung an Probleme in fünf französischen Atomreaktoren

Stand: 19.10.2016 13:30 Uhr

Irgendwas stimmt mit den Dampfgeneratoren nicht: Wegen Sicherheitsbedenken hat die französische Atomaufsicht die Abschaltung von fünf weiteren Atomreaktoren angeordnet. Betroffen davon ist auch das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass.

Die französische Atomaufsicht hat aus Sicherheitsgründen die vorübergehende Abschaltung von fünf Kernreaktoren angeordnet. Als Grund dafür werden mögliche Probleme bei den Dampfgeneratoren angegeben. Die Reaktoren sollen nach Angaben des Betreibers EDF spätestens im November oder Dezember für drei bis vier Wochen abgeschaltet und genauer untersucht werden.

Betroffen ist unter anderem ein Reaktor im ältesten französischen Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass, wie die Behörde in Paris mitteilte. Ein anderer Reaktor des pannengeplagten Kraftwerks war bereits im Juni abgeschaltet worden. Die Bundesregierung und Atomkraftgegner fordern schon länger die Stilllegung des Atomkraftwerks nahe der deutschen Grenze.

"Niemand sagt, was die wahren Gefahren sind"

Neben Fessenheim ist auch der Druckwasserreaktor Civeaux 1 im westfranzösischen Département Vienne betroffen, ein Reaktor im nordfranzösischen Gravelines sowie zwei weitere im südostfranzösischen Kraftwerk Tricastin.

Bereits im Juni hatte die Aufsichtsbehörde Untersuchungen bei insgesamt 18 Reaktoren des Betreibers EDF angeordnet. Sieben von ihnen sind wegen der Tests derzeit abgeschaltet. Umweltschützer kritisierten den staatlich kontrollierten Konzern. "Das Vertrauen in EDF ist zerstört", erklärte Greenpeace. Die Grünen-Politikerin und Präsidentschaftsanwärterin Cécile Duflot kritisierte die Abhängigkeit von der Atomenergie, die in Frankreich rund drei Viertel des Stroms liefert. "Niemand sagt, was die wahren Gefahren sind", bemängelte sie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Oktober 2016 um 11:45 Uhr.

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