Der konservative französische Präsidentschaftskandidat Fillon | Bildquelle: AP

Frankreich-Wahl Fillon bleibt - mangels Alternativen

Stand: 06.03.2017 22:01 Uhr

Frankreichs Konservative stehen vor einem Dilemma: Weitermachen mit einem Kandidaten Fillon, gegen den ermittelt wird? Oder jemanden nachnominieren? Alternativkandidat Juppé hat bereits abgesagt. Nun hat die Partei darüber beraten, wie es weitergehen soll.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

"Es ist Zeit, dass jeder sich fängt und zur Vernunft kommt" - kühne Worte des Kandidaten François Fillon, dem führende Parteifreunde seit Wochen genau das raten: Vernunft an - und von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen. Nur Fillon sieht das ganz anders. Und kommt offenbar damit durch: "François Fillon, hat vor dem politischen Komitee der Republikaner bestätigt, dass er für die Präsidentschaftswahl kandidiert", erklärte Senatspräsident Gérard Larcher mit kippender Stimme.

Die Parteispitze der französischen Konservativen. | Bildquelle: AFP
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Die Parteispitze der französischen Konservativen steht geschlossen hinter ihrem Kandidaten Fillon - mangels Alternativen.

Wenn die Not zur Tugend wird

Nicht ganz zwei Stunden saß die Führungsspitze zusammen, und obwohl es durchaus viel Kontroverses zu bereden gab, war man sich am Ende einig: "Die Führungsspitze hat nach einem ausgiebigen Austausch dem Kandidaten einstimmig die Unterstützung ausgesprochen."Damit bleibt Fillon Kandidat, denn auch ein anderer führender Republikaner, Bernard Accoyer, ehemals Präsident der Nationalversammlung, sprach Fillon das Vertrauen aus: "Wir müssen uns jetzt um François Fillon zusammenschließen, das ist der erklärte Wille des Komitees", so Accoyer.

Die Krise der Parteien in Frankreich
tagesthemen 22:30 Uhr, 06.03.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

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Die Partei versucht also nicht, einen Plan C auszuarbeiten, nachdem mit Alain Juppé der Plan B eines Ersatzkandidaten krachend gescheitert war. Auch weil Juppé der Meinung war, er könne die Partei nicht einen. Bleibt die Sackgasse, in die Fillon die Republikaner nach Juppés Meinung manövriert hat. Davon will man beim Komitee allerdings nichts wissen: "Die Republikaner stürzen sich erneut mit neuem Schwung hinter ihrem Kandidaten in die Schlacht und starten den Wahlkampf neu", heißt es da.

"Er hat gewonnen, Kandidat zu sein"

Ob der Reset-Knopf aber so einfach funktioniert, ist fraglich. Immer noch schwebt über Fillon das Ermittlungsverfahren wegen der Vorwürfe, er habe seine Frau und zwei seiner Kinder nur zum Schein beschäftigt und damit öffentliche Gelder veruntreut. Das Wort der Stunde lautet also Einheit. Für die Republikaner jedenfalls gibt es kein Zurück mehr: Ein Ersatz-Kandidat, der es aus dem Stand schaffen könnte, die erste Runde der Präsidentschaftswahlen zu überstehen, ist nach dem Abgang Juppés nicht in Sicht. Fillon hat also vorerst gewonnen - zumindest noch etwas Zeit. Denn wie formulierte es Georges Fenech, ein Mann aus dem Dunstkreis von Sarkozy: "Er hat gewonnen, Kandidat zu sein. Aber er hat nicht die Präsidentschaftswahl gewonnen."

Eineinhalb Monate vor der Wahl müssen die Konservativen nun versuchen, den Scherbenhaufen, der vor ihnen liegt, zu kitten. Und irgendwie die Abtrünnigen Parteifreunde wieder zurück zur Familie zu holen. Ob Juppé dabei behilflich ist, ist fraglich - und ob es etwas bringt auch: Wie nämlich sagte der Bürgermeister von Bordeaux bei seinem finalen Verzicht: "Niemals in der Geschichte der Fünften Republik war eine Präsidentschaftswahl derart unübersichtlich."

Plan C: Weitermachen mit Fillon
B. Kostolnik, ARD Paris
06.03.2017 21:36 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. März 2017 um 22:30 Uhr.

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Barbara Kostolnik, WDR

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