Karte: Libyen mit Tripolis und Italien

Nach Bootsunglück im Mittelmeer Zahl der vermissten Flüchtlinge steigt deutlich

Stand: 17.01.2017 11:29 Uhr

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes im Mittelmeer am Wochenende werden offenbar weitaus mehr Flüchtlinge vermisst als bislang bekannt. Die UN sprechen von 180 Vermissten, zuvor war von 107 die Rede. Nur vier Menschen konnten gerettet werden.

Nach neuen Angaben der UN werden nach dem Kentern eine Flüchtlingsbootes am Wochenende im Mittelmeer fast 180 Menschen vermisst. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilten, nannten die vier Überlebenden, die nach dem Unglück vor der libyschen Küste gerettet werden konnten, diese Zahl.

Leckgeschlagen und gesunken

Die italienische Küstenwache hatte unter Berufung auf die Überlebenden zunächst von etwa 107 Menschen an Bord gesprochen. Zwei der Überlebenden stammen aus Eritrea, die beiden anderen aus Äthiopien. Sie schilderten den Mitarbeitern des UNHCR und der IOM, dass ihr Schiff am Freitag mit mehr als 180 Insassen von Libyen Richtung Norden abfuhr. Das hölzerne Schiff sei nach fünf Stunden in Seenot geraten. Der Motor habe ausgesetzt, dann sei es leckgeschlagen, vollgelaufen und gesunken.

Neuer Höchststand bei Bootsflüchtlingen 2016

Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die von der nordafrikanischen Küste nach Italien kamen, hatte im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums wurden 2016 mehr als 180.000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. Am Freitag waren bei mehreren Einsätzen unter Leitung der italienischen Küstenwache 550 in Seenot geratene Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2017 um 13:00 Uhr

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