Flüchtlinge in Ägäis ertrunken | Bildquelle: AP

45 Tote nach Bootsunglücken in der Ägäis Wieder Flüchtlings-Drama vor Griechenland

Stand: 22.01.2016 19:35 Uhr

Die Zahl der Toten steigt weiter: Nach zwei Bootsunglücken vor Griechenland sind mindestens 45 Flüchtlinge ums Leben gekommen - darunter mindestens 17 Kinder. Schon mehr als 140 Menschen starben seit Jahresbeginn bei der Überfahrt oder werden vermisst.

Flüchtlinge in Ägäis ertrunken | Bildquelle: AP
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Die ertrunkenen Flüchtlinge wurden von der türkischen Küstenwache in den Hafen von Izmir gebracht.

In der Ägäis hat sich erneut ein Drama abgespielt. Bei zwei Bootsunglücken starben nach Angaben der Küstenwache mindestens 45 Flüchtlinge. Unter den Toten sind nach Angaben der Hilfsorganisation "Save the children" mindestens 17 Kinder. Dutzende Menschen seien gerettet worden. Trotz der widrigen Bedingungen im Winter riskieren immer mehr Menschen die Überfahrt. Allein im Januar sind laut der Internationalen Organisation für Migration 140 Flüchtlinge dabei ums Leben gekommen oder werden vermisst.

Zwei Boote gekentert

Vor der kleinen Insel Farmakonisi in der östlichen Ägäis sank den Angaben zufolge ein mit 49 Menschen besetztes Boot. 40 von ihnen konnten sich selbst retten. Sechs Kinder und zwei Frauen konnten nur noch tot geborgen werden.

Wenige Seemeilen weiter südlich vor der Insel Kalolimnos kenterte ein hölzernes Segelboot. Die Küstenwache zog 37 Leichen aus dem Wasser, darunter mindestens 16 Frauen und elf Kinder. 32 Menschen seien gerettet worden, hieß es. Wie viele Menschen ursprünglich an Bord gewesen waren, sei unklar. Überlebende schätzten, auf dem Segelboot hätten sich bis zu 80 Menschen befunden.

Griechenland ist das Haupteingangstor für Flüchtlinge in die Europäische Union. Im vergangenen Jahr erreichten mehr als 800.000 von ihnen das Land. Die meisten kamen in kaum seetüchtigen Booten von der nahen türkischen Küste. Hunderte starben bei dem Versuch. "Save the Children" appellierte an die Europäische Union, Flüchtlingen eine sichere und legale Überfahrt über das Mittelmeer zu ermöglichen, um so solche Unglücke künftig zu vermeiden.

Bundeswehr rettet mehr als 240 Flüchtlinge

Auch vor der libyschen Küste wurden Hunderte Flüchtlinge in zwei Schlauchbooten entdeckt. Mitglieder der Bundeswehr konnten die 245 Menschen an Bord des Schiffes "Berlin" nehmen. Unter den Geretteten befanden sich nach Angaben der Bundeswehr auch drei schwangere Frauen und ein Kind. Die Flüchtlinge sollen nun auf die italienische Insel Lampedusa gebracht werden.

Die Bundeswehr ist mit zwei Schiffen am EU-Einsatz "Sophia" im Mittelmeer beteiligt. Sie werden im Seegebiet zwischen der italienischen und libyschen Küste eingesetzt. Seit Mai 2015 konnte die Bundeswehr eigenen Angaben zufolge mehr als 10.700 in Seenot geratene Flüchtlinge retten.

In den ersten Wochen dieses Jahres sind bereits knapp 37.000 Männer, Frauen und Kinder laut der Organisation für Migration über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Damit hätten bis zum 21. Januar rund zehnmal so viele Bootsflüchtlinge Europa erreicht wie in den ersten drei Wochen 2015.

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