Calais Räumung | Bildquelle: AFP

Flüchtlinge in Calais Teilräumung des "Dschungels"

Stand: 29.02.2016 19:42 Uhr

Etwa 4000 Flüchtlinge im französischen Calais hoffen auf ihre Chance, Großbritannien zu erreichen. Das illegale Lager dort wird wegen der verheerenden Zustände "Dschungel" genannt. Jetzt ist mit der Räumung eines Teils des Camps begonnen worden - begleitet von Protesten.

Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot haben Bauarbeiter damit begonnen, das Flüchtlingslager in Calais zu räumen. Im südlichen Teil des Camps wurden nach und nach die Unterstände niedergerissen. Das Verwaltungsgericht in Lille hatte vergangene Woche entschieden, dass die Hütten entfernt werden dürfen. Zuletzt warteten in dem Camp insgesamt etwa 4000 Menschen auf eine Chance zur Weiterreise nach Großbritannien. Nach offiziellen Angaben sind bis zu 1000 Flüchtlinge von der jetzigen Räumung betroffen. Unterstützer der Lagerbewohner sprechen jedoch von mindestens 3400 Menschen, unter ihnen Frauen und kleine Kinder.

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Beginn der Räumung des "Dschungels" von Calais (29.02.2016)

Calais Räumung

Unter starkem Polizeischutz hat die Räumung des illegalen Flüchtlingslagers nahe der nordfranzösischen Stadt Calais begonnen. | Bildquelle: AFP

Proteste gegen Räumung

Die Polizei setzte Tränengas gegen etwa 150 bis 200 Bewohner des Camps und ihre Unterstützer ein. Sie hatten Beamte mit Steinen beworfen und einige der Hütten in Brand gesetzt. Dem Protest gegen die Räumung hatten sich auch mehrere Hilfsorganisationen angeschlossen. Die Polizei war mit mehr als 30 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Zum Einsatz kamen auch zwei Bulldozer. Eine Aktivistin der Gruppe "No Border", die sich für die Abschaffung der Grenzen einsetzt, wurde festgenommen.

Anders als die Hütten und die Zelte sollen die in dem Lager entstandenen Gemeinschaftseinrichtungen, darunter Gebetsräume, Schulen und eine Bibliothek, zunächst bleiben. Die Präfektur rechnet damit, dass die Räumung mehrere Wochen dauern könnte.

Französische Behörden lassen Teile des Flüchtlingslagers in Calais räumen
29.02.2016

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Die Zustände in dem seit Jahren immer weiter gewachsenen Camp gelten als katastrophal. Die Flüchtlinge leben dort unter Slum-ähnlichen Bedingungen. Nun versuchen Behördenvertreter, die Flüchtlinge davon zu überzeugen, sich in Aufnahmezentren in anderen Regionen Frankreichs bringen zu lassen. Viele wollen aber Calais nicht verlassen: Sie hoffen, mit Fähren über den Ärmelkanal oder durch den Eurotunnel doch noch nach Großbritannien zu gelangen. Dort versprechen sie sich bessere Chancen und beantragen deswegen in Frankreich kein Asyl.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Februar 2016 um 16:15 Uhr.

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