Flüchtlinge in Bicske weigern sich in ein Auffanglager gebracht zu werden | Bildquelle: dpa

Lage in Ungarn Flüchtlinge verweigern Auffanglager

Stand: 03.09.2015 20:16 Uhr

Im ungarischen Bicske wehren sich offenbar weiterhin viele Flüchtlinge dagegen, von der Polizei in ein Auffanglager gebracht zu werden. Sie waren in Budapest in einen Zug gestiegen - mit der Hoffnung nach Österreich zu gelangen. Die Polizei hatte den Zug nach 40 Kilometern gestoppt.

Es ist nicht ganz klar, was sich derzeit im ungarischen Bicske, 37 Kilometer westlich von Budapest abspielt. Offenbar weigern sich weiterhin mehrere hundert Flüchtlinge, sich von der Polizei in ein nahe gelegenes Auffanglager bringen zu lassen. Ungarische Nachrichtenportale berichten, dass viele die ihnen angebotene Nahrung verweigern. Einige der Flüchtlinge sind nach Angaben von Polizisten vor Ort wohl in das Lager gebracht worden. Viele würden aber weiter in dem Zug sitzen und darauf bestehen, in den Westen reisen zu dürfen.

Am frühen Nachmittag waren die Flüchtlinge in Budapest in einen Zug Richtung österreichischer Grenze gestiegen - in der Hoffnung, auch nach Österreich zu gelangen. In dem Ort Bicske stoppte die ungarische Polizei den mit Flüchtlingen voll besetzten Zug. Sie forderte die Passagiere auf auszusteigen und in 20 wartende Busse zu steigen, um in das Flüchtlingslager von Bicske gebracht zu werden. Viele von ihnen hatten sich dagegen zur Wehr gesetzt.

1/6

Ungarische Polizei stoppt Zug mit Flüchtlingen

Eine Frau mit einem Baby wird von Polizisten umringt

Die ungarische Polizei hat einen in Richtung österreichische Grenze fahrenden Zug mit Flüchtlingen angehalten und die Menschen zum Aussteigen aufgefordert. Viele der Flüchtlinge wurden aus dem Zug geholt. | Bildquelle: AFP

"Kein Lager, kein Lager!"

Die Polizei nahm Flüchtlinge fest, die sich auf die Gleise gelegt hatten, um gegen ihren Transport in das Auffanglager zu protestieren. Dutzende Menschen seien geflohen. Andere hätten gegen die Zugfenster geschlagen und "kein Lager, kein Lager" gerufen. Die ungarische Polizei riegelte den Bahnhof im Budapester Vorort Bicske ab und erklärte ihn zum Einsatzgebiet. Alle Medienvertreter wurden aufgefordert, das Gelände verlassen. Gleichzeitig dementierte die Polizei nachdrücklich, dass der Bahnhof für die Presse gesperrt sei.

Ungarische Polizei stoppt Zug mit Flüchtlingen
nachtmagazin 00:20 Uhr, 04.09.2015, Darko Jakovljevic, ARD Wien

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Sicherheitskräfte fuhren mit

Auf Anzeigetafeln am Gleis hieß es, er werde während der Fahrt getrennt: Drei Waggons sollten nach Szombathely und der Rest nach Sopron fahren. Beide Städte liegen an der westlichen Grenze Ungarns mit Österreich. Ein zweiter Zug mit rund 100 Flüchtlingen an Bord fuhr inzwischen vom Keleti-Bahnhof ab, als Ziel war Györ nahe Österreich ausgewiesen. Auch dutzende Sicherheitskräfte fuhren mit, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die ungarische Regierung hatte zuvor angekündigt, die Passagiere des Zuges zu kontrollieren und zu registrieren. Der Wiener Polizeichef erklärte dagegen, Österreich würde ankommende Flüchtlinge nicht überprüfen. Die Menschen dürften ihre Reise fortsetzen. Aus Österreich hieß es inzwischen, dass heute keine Züge mit Flüchtlingen mehr erwartet würden.

Flüchtlinge stürmen einen Zug in Budapest | Bildquelle: REUTERS
galerie

Chaos in Budapest: Flüchtlinge versuchen, in einen Zug zu gelangen.

Erschöpfung und Verwirrung am Bahnhof

Die ungarischen Behörden hatten wegen des Flüchtlingsandrangs am Dienstag alle internationalen Verbindungen bis auf weiteres eingestellt und den Bahnhof geräumt. Was die Behörden dazu bewogen, hat, den Bahnhof heute wieder zu öffnen, ist bislang unklar. Noch immer harren dort rund 1000 Flüchtlinge aus. Die Entscheidung fiel nur Stunden, bevor Ungarns Regierungschef Viktor Orban in Brüssel Gespräche über die Flüchtlingskrise gestartet hat.

Die Deutsche Bahn teilte derweil auf ihrer Internetseite mit, dass wegen der vielen Flüchtlinge der Ostbahnhof in Budapest bis auf weiteres nicht mehr von internationalen Zügen angefahren werde. Die Eurocity-Züge zwischen Budapest und Wien, Salzburg und München starten und enden derzeit im ungarischen Hegyeshalom an der Grenze zu Österreich. Die Züge von Budapest nach Hamburg über Prag, Dresden und Berlin starten und enden in Szob an der Grenze zur Slowakei.

Darstellung: