Flüchtlinge in einem an der slowenischen Grenze gestoppten Zug | Bildquelle: AFP

Kroatien schließt Grenzübergänge Neue Fluchtroute wird zur Sackgasse

Stand: 18.09.2015 08:44 Uhr

Seit Ungarn seine Grenze zu Serbien dicht gemacht hat, weichen Tausende Flüchtlinge auf die Route über Kroatien und Slowenien aus. Doch nun schloss Kroatien die meisten Grenzübergänge nach Serbien. Auch Ungarn schottet sich weiter ab. Slowenien stoppte den Bahnverkehr.

Auf der Suche nach einem Weg Richtung West- und Nordeuropa ist für viele Flüchtlinge möglicherweise auch auf der Route über Kroatien und Slowenien bald kein Durchkommen mehr. Wegen des großen Andrangs von Asylsuchenden schloss Kroatien in der Nacht sieben der acht Grenzübergänge zum Nachbarland Serbien. Auch der Verkehr am Grenzübergang in Tovarnik wurde gestoppt, an dem die meisten Flüchtlinge in den vergangenen Tagen ins Land gekommen waren. Lediglich der wichtige Übergang auf der Schnellstraße von Belgrad nach Zagreb ist demnach vorerst nicht betroffen.

Fluchtwege nach Europa
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Da der Weg über Ungarn seit dem 15. September gesperrt ist, müssen die Flüchtlinge auf der sogenannten Balkanroute über Kroatien ausweichen. Die meisten wollen von dort aus über Slowenien nach Österreich, Deutschland oder in skandinavische Länder.

"Dafür haben wir nicht die Kapazitäten"

Das Innenministerium begründete die Entscheidung damit, dass seit Mittwochmorgen mehr als 11.000 Flüchtlinge aus Serbien nach Kroatien gekommen seien. Außenministerin Vesna Pusic hatte zuvor gewarnt, ihr Land könne nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen: "Dafür haben wir nicht die Kapazitäten", sagte sie. Innenminister Ranko Ostojic hatte bereits gestern damit gedroht, die Grenze zu Serbien zu schließen, sollten noch einmal binnen eines Tages 8000 Flüchtlinge kommen.

An Kroatiens Grenze zu Serbien war es zu dramatischen Szenen gekommen, nachdem am Dienstag Ungarn seine Grenze zu Serbien für Flüchtlinge praktisch geschlossen hatte. Viele der aus Syrien und anderen Krisenländern stammenden Menschen wählten daraufhin die Route über die serbisch-kroatische Grenze, um weiter Richtung Slowenien und von dort nach Österreich zu gelangen.

Kroatien schließt Grenzübergänge
tagesschau24 09:00 Uhr, 18.09.2015, Thomas Ziegler, ARD-aktuell

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Slowenien stoppt Zugverkehr

Die kroatische Regierung hatte zunächst angekündigt, den Flüchtlingen den Transit zu ermöglichen. Nun ergriff aber auch Slowenien Maßnahmen, um die Einreise von Flüchtlingen über die Grenze zu Kroatien zu unterbinden. Die Polizei stoppte im Grenzbahnhof Dobova einen Zug, in dem auch 150 Asylsuchende ohne gültige Einreisepapiere saßen. Die Flüchtlinge sollen nun zurück in die kroatische Hauptstadt Zagreb gebracht werden. Kurz darauf wurde der gesamte Bahnverkehr zwischen beiden Ländern unterbrochen - zunächst bis Freitagmorgen. Die Polizei verschärfte zudem ihre Grenzkontrollen mit verstärkter Überwachung durch Hubschrauber und Patrouillen. Sloweniens Innenministerin Vesna Gjerkes Znidar hatte am Mittwoch betont, dass eine unkontrollierte Weiterleitung von Flüchtlingen gegen EU-Recht verstoße.

Ungarn baut Zaun zu Kroatien

Ungarn verhängte inzwischen auch über Regionen an der Grenze zu Kroatien den Krisenzustand. Nach den Worten von Ministerpräsident Viktor Orban wurde nun auch dort mit dem Bau eines Grenzzauns begonnen. Der Zaun werde 41 Kilometer lang sein. Derzeit arbeiteten 600 Soldaten an der Barriere zu Kroatien, im Laufe des Tages würden weitere 500 hinzukommen, sagte Orban im staatlichen Radio Kossuth.

Nach den Worten von Ungarns Außenminister Peter Szijarto plant die Regierung auch, den Zaun an der Grenze zu Rumänien weiterzuführen. Dieses Vorhaben hatte für diplomatische Spannungen zwischen Bukarest und Budapest gesorgt. Der rumänische Premier Victor Ponta hatte gesagt, man solle lieber einen Zaun um verantwortliche Politiker in Budapest bauen.

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