FIFA-Präsident Sepp Blatter | Bildquelle: REUTERS

Blatter zur FIFA-Sperre "Ich werde kämpfen!"

Stand: 21.12.2015 15:26 Uhr

Der bisherige FIFA-Präsident Blatter will gegen seine achtjährige Sperre vorgehen. Er kündigte einen Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS an. Das Urteil bezeichnete er als "Schande". Gesperrt wurde auch der suspendierte UEFA-Chef Platini.

Joseph Blatter hält seine Sperre durch die FIFA-Ethikkommission für ungerechtfertigt. Der für acht Jahre aus dem Fußball verbannte Schweizer versicherte in Zürich erneut, die dubiose Zahlung von zwei Millionen Franken an UEFA-Chef Michel Platini aus dem Jahr 2011 sei juristisch sauber gewesen.

"Aussagen werden ignoriert"

Es habe zwischen ihm und Platini ein mündliches Übereinkommen - ein "Gentleman Agreement" - gegeben, das Platini ein Honorar für seine Tätigkeit zusicherte. Es sei nur nicht sofort gezahlt worden - und mit der fraglichen Zahlung nachgeholt worden. Jetzt zeigte er sich überrascht vom Urteil der FIFA-Ethikommission: "Wir dachten, wir hätten die Kommission überzeugt im Hinblick auf die fragliche Zahlung."

Doch nun lehne sie Blatter zufolge "die Existenz eines solchen Agreements ab, obwohl dieses Agreement auf zwei FIFA-Treffen besprochen wurde". Zudem hätten Platini und Blatter vor der FIFA-Ethikkommission unabhängig voneinander genau das ausgesagt - doch dies werde ignoriert.

Blatter und Platini wollen Berufung gegen Sperre einlegen
tagesthemen 22:30 Uhr, 21.12.2015, Matthias Ebert, ARD Genf

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Blatter will Einspruch einlegen

Der bisherige Präsident des Weltverbands FIFA war zuvor ebenso wie der europäische Verbandschef Platini wegen Verstößen gegen das FIFA-Ethikreglement für acht Jahre gesperrt worden. Das bedeutet, dass sie für diesen Zeitraum von allen Ämtern im Verband ausgeschlossen sind. Darüber hinaus wurden die beiden Spitzenfunktionäre zu Geldstrafen in Höhe von umgerechnet rund 46.000 Euro (Blatter) und 74.000 Euro (Platini) verurteilt.

"Weder in seiner schriftlichen Stellungnahme noch in der persönlichen Anhörung konnte Herr Blatter einen legalen Hintergrund der Zahlung darlegen", begründeten die Richter ihre Entscheidung. "Indem er die Interessen der FIFA nicht voranstellte und nicht alles unterließ, was den Interessen der FIFA zuwiderlaufen könnte, verletzte Herr Blatter seine Loyalitätspflicht gegenüber der FIFA."

Zukunft bei der FIFA ungewiss

Wegen des Skandals hatte die Ethikkommission die beiden Spitzenfunktionäre bereits Anfang Oktober vorübergehend von allen ihren Funktionen entbunden. Durch Suspendierung und Sperre stellt sich nun einmal mehr die Frage nach der Zukunft der beiden Spitzenfunktionäre in der FIFA. Blatter hatte ohnehin seinen Rücktritt angekündigt, sein Nachfolger soll am 26. Februar auf dem FIFA-Kongress gewählt werden.

Platini galt lange Zeit als Favorit auf die Nachfolge. Dies dürfte nun hinfällig sein, zumal er auch noch den notwendigen Integritätscheck bestehen muss. Fraglich ist auch, ob er überhaupt noch genügend Stimmen auf sich vereinigen könnte. Der englische Verband hatte bereits angekündigt, Platini nicht zu unterstützen.

Urteil sei "eine Schande"

Für die beiden Spitzenfunktionäre steht viel auf dem Spiel. "Zu sagen, dies wäre ein guter Tag für die FIFA, ein guter Tag für den Fußball, wäre völlig falsch", sagte Blatter. Er betonte: Das Urteil der FIFA-Ethikhüter sei "eine Schande". Der 79-Jährige kündigte an, gegen die Sperre vorzugehen: "Ich werde kämpfen - für mich und die FIFA."

Blatter will nach seinen Worten gegen das Urteil ankämpfen und dies auf verschiedenen Instanzen der Sportgerichte versuchen. So werde er beim Internationalen Sportgerichtshof nach Schweizer Recht gegen die Sperre vorgehen. Auch Platini kündigte an, gegen die Entscheidung der Ethikkommission vorzugehen. Das Verfahren sei eine Farce, sagte der bisherige UEFA-Chef.

Suspendierter FIFA-Präsident sieht sich als Opfer

Bei seiner Pressekonferenz setzte Blatter auf die moralische Karte und stellte sich als Opfer falscher Vorwürfe dar: Menschlichkeit gebiete Respekt, der ihm aufgrund des Korruptionsskandals nicht mehr zugestanden werde. So habe er auch das Urteil der FIFA-Ethikkommission einige Minuten nach den Medien erfahren, sagte Blatter.

"Es tut mir leid, dass ich immer noch ein 'Punching Ball' bin - es tut mir leid für die FIFA. Aber es tut mir auch leid für mich, dass ich so behandelt werde", beklagte Blatter.

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