Ex-Funktionär Figueredo legt Geständnis ab Als FIFA-Funktionär Millionen kassiert

Stand: 26.12.2015 14:22 Uhr

Verhaftung, Auslieferung, Geständnis, Herzprobleme - der Ex-FIFA-Vizepräsident Figueredo erlebt extreme Weihnachten. Der 83-Jährige räumte ein, "große Summen Geld" kassiert zu haben. Seine Angaben über ein millionenschweres Korruptionsnetz dürften einige FIFA-Kollegen nervös machen.

Der frühere FIFA-Vizepräsident Eugenio Figueredo hat nach seiner Auslieferung nach Uruguay ein millionenschweres Korruptionsnetz in Südamerika eingestanden. Nach der Auslieferung am Heiligabend aus der Schweiz entschied eine Richterin in seiner Heimat Uruguay, dass er wegen Korruption und Geldwäsche in das Zentralgefängnis der Hauptstadt Montevideo eingeliefert wird. Figueredo musste nach kurzer Zeit mit Herzproblemen vom Gefängnis in eine Klinik verlegt werden.

Ex-FIFA-Präsident Eugenio Figueredo vor dem Gerichtsgebäude in Montevideo/Uruguay | Bildquelle: dpa
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Ankunft vor Gericht in Montevideo: Ex-FIFA-Präsident Eugenio Figueredo muss sich wegen Betrugs und Korruption verantworten.

Der Ex-Funktionär des Fußball-Weltverbandes habe eingeräumt, "große Summen Geld" bekommen zu haben, erklärte Staatsanwalt Juan Gómez. Er soll auch ausgesagt haben, dass zehn Chefs nationaler Fußballverbände in Südamerika Bestechungsgeld kassiert haben, zum Beispiel beim Handel mit TV-Rechten. Figueredo war von 1993 bis 2013 Vizepräsident des südamerikanischen Fußballverbandes COMNEBOL, seit 2013 Präsident.

Nach Angaben der Zeitung "El Observador" soll Figueredo die Funktionsweise des Korruptionsnetzes, die beteiligten TV-Sender und Strohfirmen offengelegt haben. Die südamerikanische Champions League, die Copa Libertadores, die Copa América oder die WM-Qualifikation gelten in Südamerika als lukrative TV-Ereignisse.

José Maria Marin, Rafael Esquivel, Eduardo Li, Nicolas Leoz (oben von links), Julia Rocha, Eugenio Figueredo, Jack Warner, Jeffrey Webb (unten von links) | Bildquelle: REUTERS
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Figueredo und andere Beschuldigte im FIFA-Skandal: José Maria Marin, Rafael Esquivel, Eduardo Li, Nicolas Leoz (oben von links), Julia Rocha, Eugenio Figueredo, Jack Warner, Jeffrey Webb (unten von links)

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