WM-Plakat 2006 und Weltmeister-Trophäe | Bildquelle: dpa

FIFA ermittelt gegen Fußballfunktionäre Zwanziger, Beckenbauer, Niersbach auf der Liste

Stand: 22.03.2016 14:59 Uhr

Die FIFA hat Ermittlungen gegen die Macher der Fußball WM 2006 in Deutschland eingeleitet. Zum Organisationskomitee gehörten Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt. Diese vier sind nun im Fokus der Ethikkommission.

Der Weltfußballverband FIFA untersucht die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Im Visier der Ethikkommission sind die Mitglieder des Organisationskomitee (OK), unter anderem deren Chef Franz Beckenbauer sowie die beiden inzwischen ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach. Auch die Rolle von Horst R. Schmidt wird untersucht.

Gegen Beckenbauer laufe ein Verfahren wegen Bestechungsverdachts, teilte die FIFA in Zürich mit. Beckenbauer hatte das Organisationskomitee geleitet, Horst R. Schmidt war 1. Vizepräsident, Zwanziger und Niersbach hatten als weitere Vizepräsidenten an den Vorbereitungen der WM 2006 mitgewirkt.

OK-Team seit Monaten unter Verdacht

Der Verdacht, das Geld für die Vergabe der WM geflossen ist, ist schon seit einigen Monaten im Raum. Beckenbauer hatte den Vorwurf bislang zurückgewiesen. Die FIFA untersucht, ob Niersbach möglicherweise unethisches Verhalten und Interessenkonflikte nicht gemeldet hat.

Die Rolle von Beckenbauer und dem OK war bereits Gegenstand eines DFB-Untersuchungsberichts. Im Zentrum der Affäre stehen zwei Zahlungen von 6,7 Millionen Euro. Mit Hilfe von Robert Louis-Dreyfus überwiesen Beckenbauer und sein Manager Robert Schwan diese Summe 2002 zunächst über ein Konto in der Schweiz an eine Firma des früheren FIFA-Funktionärs Mohamed bin Hammam in Katar. 2005 zahlte das WM-OK die 6,7 Millionen an den früheren Adidas-Chef Louis-Dreyfus zurück - allerdings bewusst falsch deklariert als Beitrag zu einer WM-Gala, die am Ende nie stattfand.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. März 2016 um 16:00 Uhr.

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