Polizisten in der Nähe von Montpellier in Frankreich | Bildquelle: AFP

Anschlagspläne Vier Festnahmen bei Razzia in Frankreich

Stand: 10.02.2017 17:44 Uhr

Offenbar stand ein Anschlag unmittelbar bevor, ehe die französischen Sicherheitskräfte eingriffen: Im Süden des Landes nahe Montpellier wurden bei einer Razzia vier Verdächtige festgenommen, unter ihnen eine 16-Jährige.

Die französische Polizei hat bei einer Anti-Terror-Razzia im Süden des Landes vier Terrorverdächtige festgenommen. Nach Angaben von Innenminister Bruno Le Roux wurde ein unmittelbar bevorstehender Anschlag verhindert.

Die Verdächtigen im Alter von 16, 20, 26 und 33 Jahren wurden gefasst, nachdem sie das Lösungsmittel Azeton gekauft hatten. Azeton ist ein Bestandteil des Sprengstoffs TATP, der sich relativ einfach herstellen lässt.

Bei Wohnungsdurchsuchungen in der Gegend von Montpellier wurden nach Polizeiangaben "mehrere Dutzend Gramm TATP in unterschiedlichen Herstellungsstadien" sowie Azeton, das ebenfalls bei der Herstellung von TATP verwendete Wasserstoffperoxid und Schutzhandschuhe gefunden, teilte die Polizei mit.

Offenbar Kontakte zu Islamisten

Die 16-Jährige war den Behörden in sozialen Netzwerken aufgefallen. Sie soll dort den Wunsch geäußert haben, ins syrisch-irakische Kriegsgebiet zu ziehen oder in Frankreich einen Anschlag zu verüben. Einer ihrer "Mentoren" soll der ebenfalls am Freitag festgenommene 20-Jährige sein. Dieser wollte sich der Polizei zufolge womöglich "in die Luft sprengen". Er war dem französischen Inlandsgeheimdienst DGSI bekannt.

Premierminister Bernard Cazeneuve lobte den Anti-Terror-Einsatz. Angesichts der zunehmenden Gefahr, habe es eine extrem starke Mobilisierung der Geheimdienste gegeben, um sicherzustellen, dass die Franzosen bis zum Äußersten geschützt seien, so Cazeneuve. In Frankreich herrscht seit den Anschlägen im November 2015 immer noch der Ausnahmezustand.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Februar 2017 um 15:00 Uhr

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