Richard Ferrand | Bildquelle: REUTERS

Immobilienaffäre in Frankreich Minister Ferrand im Fokus von Ermittlern

Stand: 01.06.2017 12:29 Uhr

Die Affäre um ein früheres Immobiliengeschäft lastet wenige Tage vor den Parlamentswahlen auf der französischen Regierung: Die Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen gegen Minister Ferrand ein - er gilt als enger Vertrauter Macrons.

Ein Immobiliengeschäft aus dem Jahr 2011 wird zunehmend zum Problem für die neue französische Regierung von Staatschef Emmanuel Macron. Im Fokus steht der Minister für den territorialen Zusammenhalt, Richard Ferrand. Er gilt als enger Vertrauter Macrons. Bei einem Immobiliengeschäft soll ein von Ferrand geleitetes Versicherungsunternehmen seine Lebensgefährtin bevorzugt haben. Die Staatsanwaltschaft in Brest hat nun Vorermittlungen gegen Ferrand eingeleitet.

70 Prozent fordern Rücktritt

Der Minister wies die Vorwürfe zurück: "Alles, was ich in meinem Berufsleben getan habe, ist legal, öffentlich, transpartent." Einen Rücktritt lehnte er ab. Doch genau diesen Schritt fordern in einer Umfrage des Instituts Harris 70 Prozent der Franzosen.

Die Affäre kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Am 11. Juni stehen in Frankreich Parlamentswahlen an. Macron, der im Wahlkampf stets die Vorbildfunktion von Politikern betont hatte, stellt sich bislang hinter seinen früheren Wahlkampfleiter.

Anticor erstattet Anzeige

Noch in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft in Brest Ermittlungen abgelehnt. Erst nach einer Analyse neuer Elemente habe man sich für Vorermittlungen entschieden, so die Staatsanwaltschaft. Die Anti-Korruptions-Organisation Anticor hatte am Mittwoch Anzeige in der Affäre erstattet. Diese ist gegen Ferrand, seine Lebensgefährtin sowie den Verwaltungsrat des Versicherers Mutuelles de Bretagne gerichtet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Juni 2017 um 13:24 Uhr.

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