Ein Leichnam wird abtransportiert | Bildquelle: dpa

Terrorakt in Istanbul Erdogan macht syrischen Attentäter verantwortlich

Stand: 12.01.2016 14:00 Uhr

Für den Anschlag in einem Touristenviertel in Istanbul ist laut Präsident Erdogan ein syrischer Selbstmordattentäter verantwortlich. Zehn Menschen wurden getötet, darunter viele Ausländer. Unter den Verletzten sollen auch Deutsche sein. Die EU verurteilte den "Terrorangriff".

Die Bombenexplosion in Istanbul ist nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan von einem Selbstmordattentäter aus Syrien verübt worden. Er soll sich um einen 1988 geborenen Mann handeln.

Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Anschlag vor der Blauen Moschee in Istanbul zehn Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Unter den Toten sind nach offiziellen Angaben viele Ausländer. "Ein großer Teil ist ausländischer Herkunft", sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus in Ankara.

Auch Deutsche unter den Opfern?

Die Zeitung "Hürriyet" berichtete in ihrer Online-Ausgabe, unter den Verletzten seien neun Deutsche. Sie würden in insgesamt vier Krankenhäusern behandelt. Zwei weitere Verletzte stammten aus Peru. Der Sender CNN Türk hatte zuvor berichtet, in zwei Krankenhäusern würden insgesamt sechs Deutsche behandelt.

Auswärtiges Amt @AuswaertigesAmt
#ReiseSicherheit #Türkei: Reisenden in #Istanbul wird dringend geraten, Menschenansammlungen vorläufig zu meiden. https://t.co/5oS7DHutO9

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte die Informationen über deutsche Verletzte nicht bestätigen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier schloss nicht aus, dass auch Deutsche unter den Opfern sind. Das Generalkonsulat in Istanbul bemühe sich um Aufklärung und stehe dazu in engem Kontakt mit den türkischen Behörden. Kanzlerin Merkel hält deutsche Opfer für wahrscheinlich. "Wir sind in großer Sorge, dass auch deutsche Staatsbürger unter den Opfern und Verletzten sein könnten und wahrscheinlich sein werden."

Rainald Becker, ARD Berlin, zur Möglichkeit von deutschen Opfern in Istanbul
tagesschau 14:00 Uhr, 12.01.2016

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In den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen heißt es: "Reisenden in Istanbul wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen vorläufig zu meiden."

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu berief ein Dringlichkeitstreffen ein, an dem der Innenminister und die Chefs der Sicherheitsdienste teilnehmen. Außerdem verhängten die Behörden - wie bei früheren Angriffen - eine Nachrichtensperre und verboten den Medien, Bilder der Opfer zu veröffentlichen oder über Einzelheiten der Ermittlungen zu berichten.

Polizei sichert einen Platz in Istanbul | Bildquelle: AP
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Die Polizei riegelte das Gebiet um den Anschlag weiträumig ab.

EU verurteilt Terrorangriff

Die Explosion hatte sich am Vormittag im Viertel Sultanahmet ereignet, das Touristen aus aller Welt mit den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt anlockt, darunter auch der Topkapi-Palast und die Hagia Sophia. Der private Sender NTV berichtete, die Explosion, die in mehreren Vierteln der Stadt zu hören war, habe sich in einem Park mit einem charakteristischen Obelisken ereignet. Die Polizei habe die Gegend abgesperrt und den Menschen verboten, sich zu nähern, falls es zu einer zweiten Explosion komme.

EU-Ratspräsident Donald Tusk verurteilte über den Kurznachrichtendienst Twitter den "brutalen Terrorangriff" in Istanbul. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini spricht von einer Terrorattacke.

Donald Tusk @eucopresident
I condemn the brutal terrorist attack in #Istanbul today. My thoughts are with the victims.

In der Türkei wurden in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verübt. Im Juli wurden bei einem Anschlag in Suruc an der Grenze zu Syrien mehr als 30 Menschen getötet. Im Oktober hatten sich zwei Selbstmordattentäter während einer Friedensdemonstration nahe dem Hauptbahnhof in Ankara in die Luft gesprengt. Mehr als 100 Menschen kamen ums Leben. Den Doppelanschlag schreiben die türkischen Behörden einer örtlichen Zelle des IS zu. Es war der verheerendste bis dahin verübte Anschlag in der Türkei.

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