Afghanische Soldaten sichern den US-Luftwaffenstützpunkt in Bagram. | Bildquelle: REUTERS

US-Luftwaffenstützpunkt Bagram Taliban-Angriff auf hoch gesichertem Gelände

Stand: 12.11.2016 20:57 Uhr

Der US-Luftwaffenstützpunkt im afghanischen Bagram ist massiv gesichert - und doch gelang den Taliban ein Anschlag auf dem Gelände der Militärbasis, offenbar nach monatelanger Vorbereitung. Vier Menschen wurden getötet.

Von Jürgen Webermann, ARD-Studio Neu-Delhi

Die US-Armee sprach zunächst lediglich von einem Sprengsatz, der in der Luftwaffenbasis in Bagram detoniert sei. Der Anschlag ändere nichts daran, dass die internationalen Streitkräfte weiter ihre afghanischen Partner trainieren und beraten, hieß es in dem Statement weiter. Der Vorfall werde weiter untersucht.

Später teilte US-Verteidigungsminister Ashton Carter mit, es seien zwei US-Soldaten und zwei amerikanische Vertragsarbeiter getötet worden. 17 Menschen seien verletzt worden - 16 US-Uniformierte und ein polnischer Soldat.

Ein Sprecher des Provinzgouverneurs von Bagram  erklärte, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Der Attentäter sei mit anderen afghanischen Arbeitern auf das Gelände der US-Basis gelangt. Normalerweise gibt es scharfe Einlasskontrollen an mehreren Kontrollpunkten. Wie der Attentäter den Sprengstoff auf das Gelände der Basis schmuggeln konnte, ist unklar.

Wachturm in Bagram | Bildquelle: Silvia Stöber
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Blick vom Wachturm auf den Basar in Bagram. Die wachhabenden Soldaten müssen jederzeit mit einem Angriff von Taliban oder anderen Extremisten rechnen.

Auch amerikanische Medien sprechen von einem Selbstmordanschlag und berufen sich auf Mitarbeiter der US-Armee. Ein Sprecher des afghanischen Regierungsgeschäftsführers Abdullah Abdullah verurteilte die Tat. Die Taliban übernahmen die Verantwortung für die Attacke. Ein Sprecher erklärte, der Anschlag sei über Monate geplant worden.

In Afghanistan gibt es immer wieder so genannte Insider-Angriffe, häufiger als Arbeiter sind jedoch Armeeangehörige oder Polizisten beteiligt, die dann entweder auf ihre Kameraden oder auf Angehörige der internationalen Einheiten schießen.

Die Taliban haben die Basis in Bagram schon häufiger angegriffen, jedoch meist von außen, mit Granaten und selbst gebauten Raketen.

Taliban-Angriff auf deutsches Konsulat

In Bagram, etwa 50 Kilometer von Kabul entfernt, sind die meisten der rund 10.000 amerikanischen Soldaten stationiert. Hier hat die US-Luftwaffe ihr Hauptquartier für Afghanistan. Von Bagram aus greifen die Flugzeuge auch Ziele in Nordafghanistan an. In der Provinz Kundus waren bei einem solchen Angriff vor etwas mehr als einer Woche 30 Zivilisten getötet worden.

Die Taliban hatten Luftangriffe in Kundus auch als Grund für einen Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Sharif in Nordafghanistan genannt. Dabei waren die Angreifer in der Nacht zum Freitag bis auf das Gebäude des Konsulats gelangt. Die Mitarbeiter konnten nach längeren Feuergefechten zwischen konsulatseigenen Sicherheitskräften und den Angreifern in Sicherheit gebracht werden.

Die Bundeswehr schickte aus dem nahen Lager der internationalen Einheiten eine schnelle Eingreiftruppe, die das Gelände schließlich absicherte. Die Explosion einer Autobombe hatte außerhalb des Geländes im Zentrum der Stadt schwere Schäden angerichtet.

Erneuter Anschlag in Bagram
tagesschau 20:00 Uhr , 12.11.2016, Markus Spieker, ARD Neu Deli

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. November 2016 um 10:00 Uhr.

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