Blick auf die Europol-Zentrale in Den Haag | Bildquelle: dpa

Europol-Fahndung Das Shampoo des Kinderschänders

Stand: 01.06.2017 12:36 Uhr

Mit Fotos von Alltagsgegenständen sucht die europäische Polizeibehörde Europol nach den Opfern von Kindesmissbrauch und Kriminellen. Unter anderem sind eine Shampooflasche und eine Plastiktüte zu sehen. Mit der Fahndungsmethode wurden bereits Erfolge erzielt.

Einkaufstüten | Bildquelle: europol.europa.eu/stopchildabuse
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Eines der Fotos zeigt eine Einkaufstüte - kennen Sie den Supermarkt?

Europol hat Fotos von Details aus dem Hintergrund von Kinderporno-Videos ins Internet gestellt, um die Kriminellen und ihre Opfer zu finden. Die europäische Polizeibehörde schaltete eine Website frei, auf der 20 Alltagsobjekte wie eine Shampoo-Flasche, eine Einkaufstüte oder eine Dusche zu sehen sind. Die Gegenstände stammen demnach aus Videoaufnahmen von schwerem Kindesmissbrauch.

Manche Gegenstände könnten einzigartig in einer bestimmten Weltregion, einem bestimmten Land oder sogar einem bestimmten Dorf sein und auf die Spur des Täters führen, so die Ermittler.

Ermittlungserfolg dank "banaler Objekte"

Die "banalen Objekte" auf der Website "Stop Child Abuse - Trace an Object" könnten sich manchmal als Schlüsselhinweis bei Ermittlungen erweisen und zur Identifizierung und Rettung von Opfern führen, sagte Steven Wilson vom Europol-Zentrum für Cyberkriminalität.

Erst kürzlich wurden nach Hinweisen zu Lebensmittelverpackungen und Mülleimern im Hintergrund von Fotos zwei Opfer identifiziert, wie Europol mitteilte.

Über die Website www.europol.europa.eu/stopchildabuse können anonyme Hinweise gegeben werden.

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