Panama City | Bildquelle: dpa

Von Schwarzer Liste der EU gestrichen Panama gilt nicht mehr als Steueroase

Stand: 23.01.2018 11:38 Uhr

Für die EU war Panama einer der Gründe, eine Schwarze Liste mit Steueroasen einzurichten. Nach nur anderthalb Monaten wurden Panama und sieben weitere Länder und Gebiete nun wieder von der Liste gestrichen.

Die EU hat acht Länder und Gebiete von ihrer Schwarzen Liste mit insgesamt 17 Steueroasen gestrichen. Dies entschieden die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel. Unter den Ländern ist auch Panama, das durch Enthüllungen über Steuerflucht und Steuerhinterziehung international in die Schlagzeilen geraten und einer der Auslöser für die Einrichtung der Schwarzen Liste war.

Neben Panama wurden auch Barbados, Grenada, Macao, die Mongolei, Südkorea, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate von der Liste genommen. Die betroffenen Länder und Gebiete haben laut EU "auf hoher politischer Ebene" in den vergangenen Wochen Zusicherungen zur Einhaltung von Steuerregeln und -standards gemacht. Sie bleiben den Angaben zufolge aber unter "genauer Beobachtung" der EU und wurden in eine Graue Liste aufgenommen. Bei ihr wird kontrolliert, ob die Zusicherungen zur Änderung der Steuerpraxis auch umgesetzt werden.

Folge der Panama Papers

"Die Schwarze Liste ist schon jetzt ein Erfolg, weil viele Staaten in der Welt darüber diskutieren, was es bedeutet, dort genannt zu sein", sagte der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier. Einige Staaten unternähmen starke Bemühungen, zu kooperieren. "Wer von der Liste gestrichen wird, weil er Kooperation verspricht, muss damit rechnen, dass er wieder auf diese Liste kommt, wenn er das nicht hält, was er uns zusagt."

Die EU hatte die Arbeit an der Liste begonnen, nachdem über die sogenannten Panama Papers weltweit verbreitete Praktiken zu Steuerflucht und -hinterziehung enthüllt worden waren. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich Brüssel dann auf die Liste der Länder verständigt, gegen die es steuerrechtliche Bedenken gab. Durch die Aufnahme in diese Liste setzt die EU bisher ausschließlich auf die "Prangerwirkung". Erst in den kommenden Monaten wollen die Mitgliedstaaten über mögliche Sanktionen beraten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Januar 2018 um 11:15 Uhr.

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