Passkontrolle EU und Non-EU

Reaktion auf Terrorgefahr Schärfere Kontrollen an EU-Außengrenzen

Stand: 06.04.2017 22:09 Uhr

Die Pariser Anschläge 2015 waren Anlass für die EU-Kommission, schärfere Kontrollen an den Außengrenzen vorzuschlagen. Auch EU-Bürger sollten systematisch kontrolliert werden. Nun wird diese Regel umgesetzt. Das könnte zu längeren Wartezeiten führen.

Als Reaktion auf die Terrorgefahr verschärfen die EU-Staaten die Kontrollen an den Außengrenzen. Bei allen Passagieren, die aus Ländern außerhalb des Schengen-Raums an deutschen Flug- und Seehäfen einreisen, werden ab Freitag die personenbezogenen Daten und die Nummer des Reisedokumentes mit einer Fahndungsdatei abgeglichen, wie die Bundespolizei und das Bundesinnenministerium mitteilten.

Bislang mussten an den EU-Außengrenzen lediglich die Daten von Nicht-EU-Bürgern systematisch mit allen Sicherheitsdatenbanken abgeglichen werden - und dies auch nur bei der Einreise. Die neuen Regeln werden nun auch für die Ausreise aus der EU sowie für alle EU-Bürger gelten. Sie sollen nach Angaben der Bundespolizei auch zu einem Schengen-weit einheitlich hohen Kontrollniveau beitragen.

Zum Schengen-Raum gehören die meisten EU-Staaten und etwa auch die Schweiz und Norwegen. Alle Mitgliedstaaten seien verpflichtet, ihr Einreisemanagement entsprechend anzupassen, teilte die Bundespolizei mit. Sie wolle alles unternehmen, um Auswirkungen auf den Flugverkehr und Wartezeiten für die Reisenden so verträglich wie möglich zu halten.

Die neuen Regeln waren nach den Anschlägen von Paris im November 2015 von der EU-Kommission vorgeschlagen worden. Vor etwa einem Monat wurde die Überarbeitung des Schengener Grenzkodexes von den EU-Staaten beschlossen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. April 2017 um 22:00 Uhr.

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