Eine zum Euro stilisierte EU-Flagge vor der griechischen Parlament in Athen | Bildquelle: dpa

Hilfstranche für Athen ESM gibt Zahlung für Griechenland frei

Stand: 07.07.2017 22:22 Uhr

Monatelang haben die Beteiligten darum gerungen - jetzt können die nächsten Hilfsmilliarden für Athen tatsächlich überwiesen werden. Sie kommen mit einem Lob der Geldgeber für die Sparbemühungen des überschuldeten Landes.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Griechenland bekommt frisches Geld. Am Montag sollen zunächst 7,7 Milliarden Euro aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) überwiesen werden. Für die Regierung in Athen endet damit eine Zitterpartie - erneut.

Zwar hatten sich die Euro-Finanzminister nach langem Ringen mit sich und der Tsipras-Regierung in Griechenland bereits Mitte Juni auf die Auszahlung von insgesamt 8,5 Milliarden Euro geeinigt. Doch kurz danach knirschte es bereits wieder. Weil die griechische Regierung die letzten gestellten Bedingungen nach Ansicht der Geldgeber nicht erfüllte, stoppte der Gouverneursrat des Euro-Rettungsfonds die geplante Auszahlung.

Neben dem Geld auch ein Lob

Nun aber haben die Verantwortlichen beim Rettungsschirm die Überweisung doch bewilligt. Sie schicken neben dem Geld auch ein Lob nach Südeuropa. ESM-Chef Klaus Regling sagte: "Die Regierung und die Bevölkerung Griechenlands verdienen Anerkennung dafür, dass sie es weit gebracht haben auf dem Weg zu finanzieller Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Wachstum."

Athen braucht die Milliarden dringend, denn bereits in wenigen Tagen muss das Land Schulden an die Europäische Zentralbank zurückzahlen. Ohne die Kredite wäre das nicht möglich - und Griechenland bankrott.

ESM-Chef Klaus Regling (l.) im Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Juni dieses Jahres. | Bildquelle: dpa
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ESM-Chef Klaus Regling (l.) im Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Juni dieses Jahres.

Auch der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte die Gelder. Und der Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte ebenfalls schließlich seine Bereitschaft erklärt, sich an dem Programm zu beteiligen - im Prinzip jedenfalls. Doch zahlen will der IWF vorerst nicht. Aus dem Bundestag kam daher Kritik. Die Bundesregierung, so der Vorwurf, sei wortbrüchig geworden, weil Finanzminister Wolfgang Schäuble dem Parlament versprochen habe, der IWF werde mit an Bord sein.

Aus Schäubles Sicht ist er das auch. Kritiker sagen jedoch: Ohne sich finanziell zu beteiligen, sei er das keineswegs.

Griechenland-Milliarden - ESM ordnet Auszahlung an
Kai Küstner, NDR
07.07.2017 21:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2017 um 23:00 Uhr.

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