ESC-Bühne in Kiew | Bildquelle: dpa

ESC in der Ukraine Einreiseverbot für russische Journalisten

Stand: 07.05.2017 16:26 Uhr

Eine Woche vor Beginn des Eurovision Song Contest verschärft sich der Streit zwischen der Ukraine und Russland weiter. Die Behörden in Kiew untersagte mehreren russischen Journalisten die Einreise. Der Grund: Sie bereisten die von Russland annektierte Krim.

Politische Querelen zwischen Russland und der Ukraine begleiten weiterhin den Endspurt zum Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew. Die ukrainischen Behörden verweigerten am Wochenende mehreren Journalisten aus Russland die Einreise zur Berichterstattung über den europäischen Gesangswettbewerb. Sie begründeten die Einreisesperren damit, dass die Medienvertreter zuvor die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim besucht hätten.

Auch russische Sängerin gesperrt

Die russische Sängerin Julia Samoilowa im Rollstuhl auf der Bühne. | Bildquelle: dpa
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Die russische Sängerin Julia Samoilowa, die seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzt, darf nicht am ESC in Kiew teilnehmen.

Mit derselben Begründung hatte die Ukraine auch der russischen ESC-Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise verweigert. Weil Samoilowa 2015 ein Konzert auf der Krim gegeben hatte, wurde sie mit einem dreijährigen Einreiseverbot belegt. Ein solcher dreijähriger Bann gelte auch für zwei russische Journalisten, die zum ESC anreisen wollten, erklärte der Sprecher der ukrainischen Grenzpolizei, Oleg Slobodjan. Er verwies darauf, dass eine Medienakkreditierung zur Berichterstattung über den ESC nicht automatisch eine Einreiseerlaubnis für die Ukraine bedeute.

Bereits am Samstag verweigerte die Ukraine einem russischen Agenturfotografen die Einreise, weil er zuvor auf der Krim gewesen war. Die Schwarzmeerhalbinsel Krim war nach einem Volksentscheid 2014 von Russland annektiert worden. Sie ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen Kiew und Moskau. Dazu kommt ein bis heute andauernder bewaffneter Konflikt in der Ostukraine zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Rebellen, bei dem in den vergangenen drei Jahren bereits mehr als 10.000 Menschen getötet wurden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2017 um 23:50 Uhr

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