Putin und Erdogan in Sotschi | Bildquelle: dpa

Russisch-türkisches Verhältnis Noch lange nicht normal

Stand: 03.05.2017 14:00 Uhr

Die Präsidenten Putin und Erdogan versuchen mit ihrem Treffen in Sotschi, die Beziehungen ihrer Länder zu normalisieren. Allein beim Thema Syrien trennt sie viel. Dennoch könnten sie heute eine gemeinsame Initiative präsentieren.

Von Hermann Krause, ARD-Studio Moskau

Das Gipfeltreffen in Sotschi kam auf Einladung des russischen Präsidenten zustande. Angeblich geht es Wladimir Putin hauptsächlich darum, eine Lösung für Syrien zu finden. Der Krieg ist teuer und unbeliebt in Russland, Putin ist weiterhin auf der Suche nach einer Möglichkeit, die enormen Kosten zu senken und die Verantwortung zu verteilen.

Schon bei ihrem letzten Treffen in Moskau im März spielte Syrien eine Hauptrolle. Seitdem aber ist viel geschehen. Nach dem Giftgasangriff in der Stadt Chan Scheichun steht Putin am Pranger, auch er wird verantwortlich gemacht für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Armee. Der Westen glaubt, eindeutige Beweise zu haben, und selbst Recep Tayyip Erdogan erkannte in Assad den Schuldigen. Dies kam im Kreml gar nicht gut an.

Erdogan zu Besuch bei Putin
tagesschau 17:00 Uhr, 03.05.2017, Birgit Virnich, ARD Moskau

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Vier Sicherheitszonen für Syrien?

Nach Informationen aus Delegationskreisen wollen Putin und Erdogan heute einen Plan zur Aufteilung Syriens in vier Sicherheitszonen präsentieren. Diese sollen um die Stadt Homs, Idlib, den Norden von Damaskus und in Nord-Syrien liegen.

Hauptsächliches Ziel ist es, zu verhindern, dass sich die Kämpfer verschiedenster Nationen und zahlreicher Gruppierungen gegenseitig angreifen. Der türkische freie Journalist Osman Sewitsch verweist auf die nicht lösbar erscheinende Krise in der Ukraine und sagt, die russische Seite wolle deshalb diese Frage entscheiden. Putin suche die Zusammenarbeit mit den USA. Aber dies reicht nicht aus, um den innersyrischen Konflikt zu lösen. Deshalb müssten alle Länder, die Einfluss in Syrien haben, an einen Tisch - auch die Türkei, der Iran, Saudi-Arabien, Katar oder auch Jordanien.

Parallel finden deshalb in Astana in Kasatachan auf Initiative Moskaus wieder Gespräche zu Syrien statt. Allerdings ohne die Delegation der syrischen Opposition - die setzte ihre Teilnahme kurzfristig aus und forderte vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die Umsetzung früherer Vereinbarungen wie die Einstellung von Angriffen und die Freilassung Gefangener.

Nach der Eiszeit kommt was?

Abgesehen von Syrien stehen bei dem Treffen in der Residenz in Sotschi auch bilaterale Themen auf der Tagesordnung, Das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara ist alles andere als harmonisch. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe habe acht Monate Eiszeit geherrscht, sagt Osman Sewitsch; diese sei erst im vergangenen August zu Ende gegangen. Die Lage habe sich aber noch nicht normalisiert: "Zurzeit sind nur ein Drittel aller russischen Sanktionen aufgehoben. Türken erhalten in Russland kein Arbeitsvisum, das türkische Business ist in Russland zum Erliegen gekommen."

Möglicherweise werde nun eine neue Form der Zusammenarbeit beschlossen, die alle Aspekte umfasst, sagt der Journalist. Andererseits hat Putin gerne ein Druckmittel in der Hand. Zudem drängen ihn die Landwirte, die Sanktionen gegen türkische Obst- und Gemüseexporte nicht aufzuheben, um selbst konkurrenzlos den russischen Markt bedienen zu können.

Alle großen Projekt, der Bau des Kernkraftwerks Akuju und der Gasröhre "Turkisch-Streamline" werden von Russland vorfinanziert. Ob sich das Ganze irgendwann für Moskau rechnet, ist noch nicht klar. So planten Putin und Erdogan, die Gaspipeline aus Russland über die Türkei nach Griechenland weiterzuführen. Die EU in Brüssel hat dafür aber bisher kein grünes Licht gegeben.

Angeknackste Freundschaft - Erdogan bei Putin in Sotschi
H. Krause, ARD Moskau
03.05.2017 13:29 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 03. Mai 2017 die tagesschau um 12:00 Uhr und NDR Info um 14:08 Uhr.

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