Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AFP

Erdogan zu Merkel und Schulz Der nächste Nazi-Vergleich

Stand: 06.09.2017 18:05 Uhr

Wieder einmal hat der türkische Präsident Erdogan Bundeskanzlerin Merkel in die Nähe von Nazis gerückt - und mit ihr SPD-Spitzenkandidat Schulz. Dass die beiden ein Ende der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei erwägen, sei "faschistisch".

Von Christian Buttkereit, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seinem Ärger über deutsche Spitzenpolitiker erneut mit einem Nazi-Vergleich Luft gemacht. Direkt verglich er weder die Bundeskanzlerin noch ihren Herausforderer mit Nazis - doch deren Methoden. Bei seiner Rede vor Mitgliedern seiner Partei in Ankara war aber klar, dass es ihm vor allem um Angela Merkel und Martin Schulz ging: "Warum fühlt Ihr Euch gestört? Ich sage ja nicht, Ihr seid Nazis oder Faschisten. Ich beschreibe nur die Lage. Ich sage: Das ist Nazismus, das ist Faschismus." 

Sevim Dağdelen, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, über die Reise nach Konya
Morgenmagazin 08:00 Uhr, 07.09.2017

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Erdogan bezog sich auf Schulz' Forderung im Fernsehduell, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der EU abzubrechen und Merkels zustimmende Haltung. In den vergangenen Tagen hatten bereits andere türkische Regierungsmitglieder kritisiert, dass die Türkei in Deutschland Wahlkampfthema sei. Erdogan selbst sagte: "Von Morgens bis Abends Türkei, (...) von Morgens bis Abends Erdogan. Mensch, was hat Euch dieser Erdogan eigentlich getan?"

Erneuter Boykott-Aufruf

Dass nach den Niederlanden, Belgien und Österreich nun auch in Deutschland Politiker mit Türkeifeindlichkeit Wahlkampf machten, störe ihn extrem, sagte der türkische Staats- und Parteichef. Deutschland solle sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern: "Ja, finden diese Wahlen etwa in der Türkei statt? Oder in Deutschland? Warum beschäftigt Ihr Euch ständig mit uns? Ihr habt Bundestagswahlen? Nur zu, macht! Und möge gewinnen, wer gewinnt, das ist uns doch egal. Aber meinen Landsleuten in Deutschland rate ich: Wählt nicht die Feinde der Türkei!" 

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: REUTERS
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Erdogan äußerte sich bei einer Veranstaltung seiner Partei AKP.

Erdogan will weiter in die EU

Als Feinde der Türkei hatte Erdogan vor wenigen Wochen CDU, SPD und Grüne bezeichnet. Die derzeitige Stimmung in Europa verglich er mit dem Klima vor dem Zweiten Weltkrieg. Trotzdem halte die Türkei an den EU-Beitrittsverhandlungen fest: "Die EU-Mitgliedschaft ist ein strategisches Ziel der Türkei. Sie wird diese offizielle Staatspolitik selbstverständlich nicht aufgeben."

Die Türkei habe ihre Auflagen für eine Mitgliedschaft erfüllt, so Erdogan, die EU aber habe ihre Versprechen nicht eingehalten. Die Türkei zu nötigen, die EU-Beitrittsverhandlungen von sich aus zu beenden, sei heuchlerisch.

Bereits im Frühjahr hatte Erdogan der Bundesregierung Nazi-Methoden vorgeworfen. Damals ärgerte er sich darüber, dass Wahlkampfauftritte seiner Minister vor dem türkischen Verfassungsreferendum in Deutschland verhindert wurden.

Erdogan wirft Merkel und Schulz Nazimethoden vor
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
06.09.2017 17:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. September 2017 um 17:45 Uhr.

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