Der türkische Präsident Erdogan macht auf seiner Golfreise unter anderem Station in Kuwait. | Bildquelle: dpa

Katar-Krise Erdogan auf Vermittlermission am Golf

Stand: 24.07.2017 00:56 Uhr

Seit Beginn der Katar-Krise hat es schon einige Vermittlungsversuche gegeben - unter anderem suchten US-Außenminister Tillerson und Bundesaußenminister Gabriel nach einer Lösung. Nun ist auch der türkische Präsident Erdogan als enger Verbündeter Katars zu Gesprächen am Golf.

Mit einer Reise durch mehrere Staaten am Golf bemüht sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan um eine Beilegung der Katar-Krise. "Die muslimische Welt braucht Zusammenarbeit und Solidarität und keine neue Spaltung", hatte er zuvor gesagt und nicht näher bezeichneten "Feinden" vorgeworfen, "das Feuer zwischen den Brüdern" anzufachen.

Zunächst traf der türkische Präsident in Dschidda mit dem saudi-arabischen König Salman zusammen. Dieser lobte Erdogans "Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus und seine Finanzierung". Danach reiste Erdogan nach Kuwait weiter, für ein Gespräch mit Scheich Sabah Al Ahmed Al Sabah. Auch Kuwait versucht, in dem Konflikt zwischen Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain auf der einen und Katar auf der anderen Seite zu vermitteln - bisher ohne Erfolg. Dritte und letzte Station von Erdogans Vermittlungsmission am Persischen Golf ist am Montag Katar.

Katar und Türkei enge Verbündete

Katar gilt als der engste Verbündete der Türkei in der Region. Die Türkei richtet in dem Ölemirat derzeit einen Militärstützpunkt ein. Dort sollen sich zur Zeit rund 150 Soldaten aufhalten. In den vergangenen Tagen unterstützte die Türkei Katar durch öffentliche Erklärungen und durch 200 Hilfsflüge mit Obst, Milchprodukten und Geflügel.

Anfang Juni hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain alle diplomatischen Beziehungen und Verkehrsverbindungen zu Katar abgebrochen. Sie werfen dem Golfstaat Unterstützung von Extremisten und Terrorgruppen vor und fordern eine politische Neuausrichtung. Ein ursprünglich 13 Punkte umfassender Forderungskatalog verlangt unter anderem die Schließung von Medienorganisationen wie Al-Dschasira, den Abbruch sämtlicher Kontakte zur Muslimbruderschaft und den Abzug türkischer Truppen aus Katar.

Katar zeigt sich offen für Lösung

Die katarische Führung hat die Forderungen zurückgewiesen. Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani hatte sich am Freitag erstmals öffentlich zu dem Konflikt geäußert und sich offen für eine Lösung gezeigt. Jegliche Verhandlungen müssten jedoch Katars Souveränität und Willen berücksichtigen, sagte er in einer Fernsehansprache. Lösungen könnten nicht von außen diktiert werden.

Die Krise in der öl- und erdgasreichen Golfregion hat große internationale Besorgnis ausgelöst. Vor Erdogan haben bereits ranghohe Diplomaten der USA, Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs vor Ort versucht, den Streit beizulegen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Juli 2017 um 14:03 Uhr.

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