Tayyip Recep Erdogan | Bildquelle: AP

Rede vor Frauenverband Erdogan kritisiert Gleichberechtigung

Stand: 24.11.2014 15:41 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau abgelehnt. Eine komplette Gleichstellung der Geschlechter sei "gegen die Natur", sagte er bei einer Rede vor dem Frauenverband Kadem.

Als Beispiel für seine Ansicht zur Gleichstellung verwies Erdogan auf das Arbeitsleben. "Frauen können nicht jede Arbeit machen die Männer machen, so wie es im Kommunismus war", sagte er. "Gib ihr eine Schaufel und lass sie arbeiten? So etwas geht nicht. Das ist entgegen ihrer zierlichen Statur", sagte der Präsident. Schwangere und stillende Frauen könnten zudem nicht unter denselben Bedingungen arbeiten wie Männer.

Zudem habe der Islam für die Frau die Rolle der Mutter vorgesehen. Erdogan kritisierte, Feministinnen akzeptierten die Mutterrolle nicht. Deshalb könne man ihnen auch nicht den besonderen Stellenwert erklären, den Mütter und Frauen im Islam hätten.

Gewalt gegen Frauen als unislamisch verurteilt

Erdogan verurteilte gleichzeitig die häusliche Gewalt gegen Frauen in seinem Land. Diese sei nicht hinnehmbar und verstoße "gegen die Regeln des Islam als Friedensreligion". In der Türkei wird fast jeden Tag eine Frau von ihrem Ehemann, einem Verwandten oder ihrem Lebensgefährten getötet. Laut einer Kamer-Untersuchung nimmt die Gewalt deutlich zu: In diesem Jahr seien in der Türkei schon 260 Frauen getötet worden; im gesamten Jahr 2013 waren es 214 gewesen.

Erdogans Ansichten über die Rolle der Frau sind in der Türkei umstritten. In seiner Zeit als Ministerpräsident und Chef der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP hatte er mit der Aussage für Diskussionen gesorgt, jede Frau solle mindestens drei Kinder haben.

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