Aufräumarbeiten nach Erdbeben in Mexiko | Bildquelle: AFP

Mexiko Mehr als 200 Tote nach Erdbeben

Stand: 20.09.2017 11:15 Uhr

Ein weiteres schweres Erdbeben hat Mexiko erschüttert. Mehr als 200 Menschen starben, die meisten davon in Mexiko-Stadt. In der Millionenmetropole sind zahlreiche Gebäude eingestürzt. Rettungskräfte bargen mehr als 20 tote Kinder aus einem zerstörten Schulgebäude.

Verzweifelte Menschen, eingestürzte Gebäude, Staubwolken über der Millionenmetropole Mexiko-Stadt: Mehr als 200 Menschen sind bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 in Mexiko getötet worden. Da in der Hauptstadt viele Gebäude zerstört sind, wird mit vielen weiteren Opfern gerechnet. Nach offiziellen Zahlen starben allein hier mehr als 100 Menschen.

Weitere Todesopfer gab es südlich von Mexiko-Stadt im Bundesstaat Morelos sowie in Puebla. Hier, rund 120 Kilometer südöstlich der Hauptstadt, lag laut der US-Erdbebenwarte das Epizentrum - in einer Tiefe von 51 Kilometern.

Viele Tote und Verletzte nach Erdbeben in Mexiko
tagesschau 12:00 Uhr, 20.09.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt

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Kinder in Schule verschüttet

Während des Bebens stürzte eine Schule im Zentrum von Mexiko-Stadt ein. 25 Menschen wurden dabei getötet, wie Bildungsminister Aurelio Nuno Mayer sagte. Viele Kinder und Erwachsene werden noch vermisst. Rettungskräfte versuchen mit Schaufeln und Händen, Überlebende aus den Trümmern der Schule zu retten.

"Halten sie die Straßen für Krankenwagen frei"

Angesichts der verzweifelten Rettungsmaßnahmen forderte Präsident Enrique Peña Nieto die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben: "Sofern die Häuser sicher sind, ist es wichtig, dass die Bevölkerung drinnen bleibt, um die Straßen für Krankenwagen frei zu halten und die Arbeit der Rettungshelfer zu erleichtern", sagte er in einer Videobotschaft. Oberste Priorität habe nun die Suche nach Vermissten und die medizinische Versorgung der Verletzten.

Freiwillige Helfer räumen nach einem schweren Erdbeben Trümmer eines eingestürzten Gebäudes in Mexiko-Stadt weg | Bildquelle: REUTERS
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Zahlreiche Freiwillige helfen den Rettungskräften, die Trümmer eingestürzter Gebäude wegzuräumen

Peña Nieto berief seinen nationalen Krisenrat ein. Zudem ordnete er an, alle Krankenhäuser zu evakuieren, die beschädigt wurden. Auch der internationale Flughafen musste schließen. Es soll untersucht werden, ob die Infrastruktur Schaden genommen hat.

Der Autobauer Audi, der ein Werk in San Jose Chiapa hat, beendete die laufende Schicht frühzeitig und sagte die Nachtschicht komplett ab. Den Mitarbeitern solle die Gelegenheit gegeben werden, sich um ihre Angehörigen zu kümmern, erklärte eine Audi-Sprecherin. In dem Werk seien die Erdstöße deutlich zu spüren gewesen, bisher seien dort aber keine Schäden festgestellt worden.

Beben zur Mittagszeit

Das Erdbeben überraschte die Menschen zur Mittagszeit. ARD-Korrespondentin Xenia Böttcher, die sich zu dieser Zeit mit ihrem Team im Studio befand, berichtete von Menschen, die schreiend auf die Straßen rannten. Mehrere Nachbeben versetzten die Menschen zusätzlich in Panik.

Beileidsbekundungen aus aller Welt

US-Präsident Donald Trump, der die Mexikaner sonst immer wieder attackiert und eine Grenzmauer zum Schutz vor Drogendealern und Migranten errichten lassen will, twitterte: "Gott segne die Menschen in Mexiko-Stadt. Wir sind bei Euch und werden für Euch da sein."

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erklärte ebenfalls über Twitter, Deutschland trauere mit den Mexikanern, bange "mit ihnen um die Vermissten und Verschütteten" und stehe "an ihrer Seite in diesen schweren Stunden". Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte in Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Unser tiefst empfundenes Beileid für diejenigen, die einen ihrer Liebsten verloren haben."

Papst Franziskus sagte bei der Generalaudienz in Rom: "Ein schreckliches Erdbeben hat Mexiko getroffen (...) In diesem Moment des Schmerzes will ich dem ganzen mexikanischen Volk meine Nähe ausdrücken."

Karte: Erdbeben in Mexiko
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Das Epizentrum lag ca. 120km südlich von Mexiko-Stadt im Bundesstaat Puebla. Gut zu erkennen ist die Verwerfung der Cocosplatte und der nordamerikanischen Platte.

Jahrestag des schweren Erdbebens von 1985

Das Erdbeben ereignete sich genau am Jahrestag eines der schwersten Beben in der Geschichte Mexikos am 19. September 1985. Damals starben fast 10.000 Menschen. Genau wie jetzt wurde damals besonders Mexiko-Stadt getroffen. Am Morgen hatte es in der Hauptstadt noch eine Gedenkminute für die Opfer der Katastrophe gegeben. Zahlreiche Menschen hatten sich zudem an den alljährlichen Erdbeben-Katastrophenübungen beteiligt, als aus dem Probealarm plötzlich ein Ernstfall wurde.

Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen im Land umgekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren. Danach gab es weit über 1000 Nachbeben.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu schweren Erschütterungen, die das Land bedrohen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. September 2017 um 02:32 Uhr.

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