US-Astronomen werten "Kepler"-Daten aus Bislang erdähnlichste Planeten entdeckt

Stand: 06.01.2015 20:32 Uhr

US-Astronomen haben nach eigenen Angaben die bislang erdähnlichsten Planeten entdeckt. In den Beobachtungsdaten des US-Weltraumteleskops "Kepler" spürten die Forscher insgesamt acht ferne Planeten auf, die sich alle sehr wahrscheinlich in der jeweiligen bewohnbaren Zone ihres Heimatsterns befinden, also dort, wo es weder zu heiß noch zu kalt ist für flüssiges Wasser. Das teilten die Wissenschaftler vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik (CfA) auf einer Tagung in Seattle mit.

"Die meisten dieser Himmelskörper haben eine gute Chance, Gesteinsplaneten zu sein wie die Erde", erläuterte Guillermo Torres, der Hauptautor der Studie, in der die Wissenschaftler ihre Ergebnisse zusammengefasst haben.

Darstellung eines erdähnlichen Planeten, der um einen Stern kreist. | Bildquelle: dpa
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Darstellung eines erdähnlichen Planeten, der um einen Stern kreist.

Kepler-438b und Kepler-442b besonders erdähnlich

Zwei der acht Planeten stellten sich in der Analyse der Forscher als besonders erdähnlich heraus: Der Himmelskörper mit dem Namen Kepler-438b ist nur zwölf Prozent größer als die Erde und mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Gesteinsplanet. Er umkreist einen roten Zwergstern, der kleiner und kühler ist als unsere Sonne.

Allerdings umrundet Kepler-438b seinen Stern in so geringer Entfernung, dass er etwa 40 Prozent mehr Licht erhält als die Erde von der Sonne. Der kleine sogenannte Exoplanet liegt mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in der bewohnbaren Zone seines Heimatsterns.

Der Planet Kepler-442b umkreist ebenfalls einen roten Zwergstern und liegt sogar mit 97 Prozent Wahrscheinlichkeit in dessen bewohnbarer Zone. Kepler-442b bekommt nur etwa zwei Drittel soviel Licht wie die Erde von der Sonne und ist etwa ein Drittel größer als die Erde.

Eventuell bewohnbar - aber sehr weit entfernt

"Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob irgendeiner der Planeten in unserer Stichprobe wirklich bewohnbar ist", betonte Astronom David Kipping vom CfA. "Wir können nur sagen, dass sie vielversprechende Kandidaten sind."

Die Entfernung der Himmelsksörper zur Erde macht nach Angaben der Forscher weitere Untersuchungen derzeit schwierig: Kepler-438b ist 470 Lichtjahre von der Erde entfernt, Kepler-442b sogar 1100 Lichtjahre, das sind gut zehn Billiarden Kilometer. Zum Vergleich: Der unserem Sonnensystem am nächsten befindliche Stern, Proxima Centauri, ist rund vier Lichtjahre entfernt.

Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht rund 9,5 Billionen Kilometern. Von der Sonne braucht das Licht etwa acht Minuten zur Erde.

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