Kreditkarten, eine Kette und ein offenes Schloss sind vor dem Logo "Equifax" zu sehen. | Bildquelle: REUTERS

Millionenfacher Raub US-Finanzdienstleister meldet Hackerangriff

Stand: 08.09.2017 10:42 Uhr

Bei einem Cyber-Angriff auf den US-Finanzdienstleister Equifax haben Hacker in großem Stil Kundendaten erbeutet. Besonders pikant: Das Unternehmen bietet selbst Produkte gegen Datendiebstahl durch Hacker an.

Hacker haben bei einem Angriff auf den US-Finanzdienstleister Equifax Daten von 143 Millionen US-Verbrauchern erbeutet. Das teilte das Unternehmen mit. Die Attacke sei von Mitte Mai bis Juli erfolgt. In Hunderttausenden Fällen hatten die Hacker somit Zugriff auf sensible Daten wie Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern. Der Diebstahl von Sozialversicherungsnummern gilt in den USA als besonders gravierend. Diese Nummern werden im amerikanischen Alltag zum Beispiel bei Mobilfunk-Verträgen oder Kreditanfragen genutzt. Die Sozialversicherungsnummer begleitet einen Amerikaner durch sein gesamtes Leben.

Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur | Bildquelle: dpa
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Hackerangriffe auf US-Unternehmen mehren sich

Der Vorfall sei am 29. Juli bei einer internen Untersuchung festgestellt worden, erklärte die Firma. Im Anschluss sei die Sicherheitslücke geschlossen worden. Auch einige Kunden aus Kanada und Großbritannien seien betroffen. Man habe die Aufsichtsbehörden informiert und externe Spezialisten beauftragt. Es sei noch zu früh, um Kosten zu beziffern.

Nicht zum ersten Mal Opfer

Anleger reagierten nervös. Die Equifax-Aktie fiel am Donnerstag nachbörslich um 13 Prozent. Vorstandschef Richard Smith entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden. Er sprach von einem Schlag, der auf das Herz des Unternehmens gezielt habe.

Für Equifax ist der Vorfall besonders unangenehm, weil das Unternehmen selbst Produkte gegen Daten- und Identitätsdiebstahl durch Hacker anbietet.

Die Firma ist nicht zum ersten Mal Opfer von Cyber-Attacken geworden. Auch 2013 sollen Equifax laut US-Medien Finanzdaten und persönliche Informationen von US-Prominenten gestohlen worden sein. Zu den Betroffenen zählten demnach etwa Beyoncé, Ashton Kutcher und Mel Gibson, aber auch die damalige First Lady Michelle Obama und Ex-Vize-Präsident Joe Biden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. September 2017 um 10:15 Uhr.

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