Der Airbus A320 der Egyptair bei der Landung auf dem Flughafen Brüssel Zaventem. Diese Maschine verschwand am 19.05.2016 auf einem Flug von Paris nach Kairo vom Radarschirm. (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

EgyptAir-Absturz im Mai Sprengstoffspuren gefunden

Stand: 15.12.2016 22:22 Uhr

Fast sieben Monate nach dem Absturz einer EgyptAir-Maschine mit 66 Toten haben ägyptische Ermittler an den Leichen Spuren von Sprengstoff gefunden. Sie vermuten Hinweise auf einen Anschlag. Französische Ermittler sind da skeptischer.

Gut ein halbes Jahr nach dem Absturz der Passagiermaschine von EgyptAir ins Mittelmeer haben Ermittler erste konkrete Hinweise auf einen Anschlag bekannt gegeben. An mehreren geborgenen Leichen seien Sprengstoffspuren gefunden worden, erklärte die ägyptische Luftfahrtbehörde. Eine strafrechtliche Untersuchung werde eingeleitet.

Französische Behörden hingegen machten deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine näheren Schlüsse zur Absturzursache gemacht werden könnten. Erst müsse es nähere Informationen zu den Proben geben, die zu den Sprengstoffspuren geführt haben.

Behörden sahen keinen Hinweis für Anschlag

Bei dem Absturz von EgyptAir-Flug 804 auf dem Weg von Paris nach Kairo waren am 19. Mai alle 66 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern waren 40 Ägypter und 15 Franzosen. Ein Anschlag war damals zunächst ausgeschlossen worden. Die Piloten setzten keinen Notruf ab. Keine Terrorgruppe hat sich dazu bekannt, das Flugzeug zum Absturz gebracht zu haben.

Offenbar Feuer an Bord

Erste Auswertungen der Stimmrekorder hatten ergeben, dass sich in einer der Toiletten und im Bereich der Bordelektronik Feuer ausgebreitet hatte. Auch die Untersuchung von Wrackteilen deutete darauf hin, dass der vordere Teil des Flugzeugs großer Hitze und dichtem Rauch ausgesetzt waren. Bereits Ende Juni hatten die Ermittler erklärt, dass der andere Flugschreiber einen Rauchalarm aufgezeichnet habe, bevor der Airbus A320 zwischen Kreta und der ägyptischen Küste ins Mittelmeer stürzte.

Im Oktober 2015 war ein russisches Passagierflugzeug kurz nach dem Start im ägyptischen Scharm el-Scheich auf dem Sinai abgestürzt. Alle 224 Menschen an Bord kamen bei dem Bombenanschlag ums Leben, zu dem sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Dezember 2016 um 15:42 Uhr

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