Soldaten gegen Ebola

Zuversicht bei der WHO Bald Ebola-Impfstoff auf dem Markt?

Stand: 23.12.2016 15:33 Uhr

Gegen das Ebola-Virus könnte schon bald ein wirkungsvoller Impfstoff zur Verfügung stehen. Das Mittel könnte womöglich schon 2018 auf den Markt kommen. Dafür muss eine Zulassung im Schnellverfahren genehmigt werden.

Drei Jahre nach dem Ausbruch der Ebola-Epidemie mit mehr als 11.000 Toten ist nach Einschätzung von WHO-Experten womöglich ein "fast hundertprozentig" wirksamer Impfstoff gegen die Infektionskrankheit gefunden worden. Der in kanadischen Labors entwickelte Impfstoff rVSV-ZEBOV wurde vergangenes Jahr im westafrikanischen Guinea erfolgreich getestet, wie Marie-Paule Kieny von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte.

Das Mittel könne womöglich schon 2018 zugelassen werden. Von den 6000 Menschen, die mit rVSV-ZEBOV geimpft wurden, erkrankte im vergangenen Jahr niemand an Ebola. Hingegen habe es in der Kontrollgruppe mit nicht geimpften Menschen 23 Ebola-Infektionen gegeben, schilderten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "The Lancet".

Hoch ansteckend - viele Todesopfer

In Guinea war im Dezember 2013 die tödlichste Ebola-Epidemie seit Entdeckung der Krankheit im Jahr 1976 ausgebrochen. Sie breitete sich auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und im Senegal. Laut WHO gab es insgesamt 28.000 registrierte Fälle und rund 11.300 Todesopfer. Viele Experten gehen allerdings von höheren Opferzahlen aus. Ebola ist hoch ansteckend, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall aufweisen. Die Krankheit kann zu Organversagen und inneren Blutungen führen. Übertragen wird sie durch Körperflüssigkeiten, die Inkubationszeit beträgt bis zu drei Wochen.

"Das legt nahe, dass der Impfstoff sehr effizient ist und eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit erreichen könnte", sagte die WHO-Vertreterin Kieny. Ihr Forscherteam errechnete eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Impfstoff während einer akuten Epidemie 80 Prozent der Geimpften schützt. Der US-Forscher Thomas Beisbert zeigte sich in einem Kommentar in "The Lancet" ebenfalls überzeugt von dem neuen Mittel. "Nach 40 Jahren scheint es so zu sein, dass wir nun einen wirksamen Impfstoff gegen die Ebola-Krankheit haben", schrieb er.

Neuer Impfstoff gegen Ebola
tagesschau 12:00 Uhr, 24.12.2016, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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Schnellverfahren für Zulassung geplant

Der Impfstoff war zunächst von den kanadischen Gesundheitsbehörden entwickelt worden, später übernahm der US-Konzern Merck. Das Pharmaunternehmen plant, im Schnellverfahren eine Zulassung des Impfstoffs zu erwirken und ihn 2018 in den USA und Europa auf den Markt zu bringen. Üblicherweise können zehn Jahre oder mehr vergehen, bis ein neues Mittel zugelassen wird. Merck hat als Gegenleistung für das Schnellverfahren zugesichert, 300.000 Dosen des Impfstoffs für Notfälle bereitzuhalten. Das Unternehmen werde in der Lage sein, eine Million Impfdosen "in einem sehr kurzen Zeitraum" herzustellen, sagte Kieny.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes in Guinea im Kampf gegen Ebola.
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Ein Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes in Guinea im Kampf gegen Ebola.

Allerdings gibt es noch offene Fragen, etwa hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen. Laut der Studie zeigten nur zwei der 6000 Probanden ernsthafte Nebenwirkungen, beide erholten sich jedoch vollständig. Unklar ist überdies, ob der Impfstoff auch für kleine Kinder und Schwangere ungefährlich ist. Auch Fragen zur Wirkdauer sind noch offen. Der neue Impfstoff biete schon kurz nach der Verabreichung einen Schutz gegen Ebola, "aber wir wissen nicht, ob er nach sechs Monaten andauert", sagte Kieny. Andere Impfstoffe, von denen zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht werden, böten womöglich einen längeren Schutz gegen Ebola.

Auch das britische Pharmaunternehmen Glaxosmithkline und die US-Firma Johnson & Johnson arbeiten an einem Ebola-Impfstoff. China und Russland entwickelten ebenfalls Impfstoffe, die noch erprobt werden. Die WHO-Vertreterin merkte außerdem an, dass für andere Ebola-Virenstämme, etwa im Sudan, eigene Impfstoffe entwickelt werden müssten.

Über dieses Thema berichtete das WDR Mittagsecho am 23. Dezember 2016 um 13:21 Uhr.

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