Tafelberg von Kapstadt | Bildquelle: dpa

Wasserknappheit am Kap Kapstadt trocknet aus

Stand: 30.12.2017 12:49 Uhr

Tafelberg, Waterfront und die nahen Weinberge locken jedes Jahr fünf Millionen Touristen nach Kapstadt. Doch die finden derzeit eine ächzende Stadt vor. Seit Monaten warten die Menschen auf Regen. Ende April droht Kapstadt die "Stunde Null".

In der südafrikanischen Metropole Kapstadt wird das Wasser immer knapper. Wegen einer anhaltenden Dürre - der schlimmsten seit Jahrhunderten - kündigte die Stadtverwaltung an, ab Januar noch massiver gegen Wasserverschwender vorzugehen. Unter anderem drohen denjenigen Bußgelder, die die täglich rationierte Wassermenge von 87 Litern überschreiten. In Deutschland liegt der Wasserverbrauch bei mehr als 120 Litern pro Person.

Strafen werden nun bereits fällig, wenn ein Haushalt 10.500 Liter pro Monat verbraucht. Das Wasser muss fürs Trinken, Kochen, Putzen, Duschen und sogar für die Klospülung reichen. Unternehmen müssen ihren Wasserverbrauch der Stadtverwaltung zufolge je nach Sektor zwischen 45 Prozent und 60 Prozent reduzieren. Die Einschränkungen gelten bisher nicht für die dicht besiedelten Townships. Dort würde die Krankheitsgefahr nach Meinung der Stadtverwaltung zu stark steigen.

Abgestorbene Bäume stehen an dem in weiten Teilen trockenen Speichersee Theewaterskloof bei Kapstadt.  (Mai 2017)
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Abgestorbene Bäume stehen an dem in weiten Teilen trockenen Speichersee Theewaterskloof bei Kapstadt. (Mai 2017)

Bürger füllen am 15.12.2017 Wasserkanister an einer natürlichen Quelle in Kapstadts Vorort Newlands auf. | Bildquelle: dpa
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Bürger füllen am 15.12.2017 Wasserkanister an einer natürlichen Quelle in Kapstadts Vorort Newlands auf.

Ende April könnte das Wasser ausgehen

Kapstadts Bürgermeisterin Patricia de Lille hob die Wasserwarnstufe von Level 5 auf 6 an. Gelingt es der Stadt mit diesem Schritt nicht, den Wasserverbrauch deutlich zu senken, droht am 29. April 2018 die "Stunde Null". Dann müsste die Stadt das Wasser abstellen und die rund 4,5 Millionen Einwohner würden unter Aufsicht von Militär und Polizei an 200 Verteilungspunkten mit Wasser versorgt. Täglich würde es dann in einer der am meisten entwickelten Städte Afrikas nur noch 25 Liter Wasser pro Person geben - das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Minimum zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Hygiene.

Bürgermeisterin de Lille sagt, um Wasser zu sparen, dusche sie nicht mehr jeden Tag und komme auch mal mit fettigen Haaren ins Büro. Ähnlich hatte sich zuvor bereits die Premierministerin der Provinz Western Cape, Helen Zille, geäußert.

De Lille warnte davor, dass sich Kapstadt mit der "Stunde Null" in ein Katastrophengebiet verwandeln könnte. Derzeit sind die Stauseen nur noch zu einem Drittel gefüllt. Regen ist frühestens im Juni zu erwarten. "Wenn der Wasserspiegel auf unter 13 Prozent sinkt, drehen wir die Wasserhähne zu", droht de Lille. Die Stadt versucht, mit Meerwasserentsalzungsanlagen, Wasserrückgewinnung und Grundwasserentnahmen die Situation zu verbessern.

Rückschlag für den Tourismus

Durch die Einschränkungen mussten zahlreiche Gärtnereien und Autowaschanlagen ihr Geschäft aufgeben. Auch die Obsternte könnte um 20 Prozent zurückgehen, die Weinernte um fünf Prozent, erwarten Experten. Rund 50.000 Arbeitsplätze sollen aufgrund der Dürre bedroht sein. 

Geschlossenes Schwimmbad in Kapstadt | Bildquelle: dpa
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Geschlossenes Schwimmbad in Newslands, einem Vorort von Kapstadt

Auch für den wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus ist die Trockenheit - hervorgerufen durch das Wetterphänomen El Nino - ein Rückschlag. Die Region lockt jährlich rund fünf Millionen Touristen an, darunter auch Hunderttausende Deutsche. Doch die finden derzeit leere Swimmingpools und zunehmend braune Rasenflächen vor. Gärten dürfen bereits seit Monaten nicht mehr gewässert werden.

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