Drake bei einem Auftritt in London | Bildquelle: AP

Erfolg für Rapper Drake - erfolgreicher als die Beatles

Stand: 11.07.2018 02:13 Uhr

Drake ist kein typischer Rapper: zu weich, zu massentauglich - sagen Kritiker. Doch mit dieser Strategie ist er erfolgreich. Sieben Top-Ten-Hits zur selben Zeit - das haben nicht mal die Beatles geschafft.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Der Mann ist ein Phänomen: Ein Weichei sagen manche oder nennen ihn den Obama der Rap-Szene. Wie auch immer. Er ist der politisch korrekteste Rapper der Welt. Kein Tattoo, keine Brillanten im Mund, Typ liebenswerter Kumpel: Drake. Der kanadische Superstar. Er hat es geschafft, sieben seiner aktuellen Songs in die Top Ten der US-Charts zu bringen. Gleichzeitig, das lässt nicht nur die Beatles blass aussehen. Denn die "Fab Four" kamen zu ihren besten Zeiten auf fünf.

Insgesamt kommt Drake damit auf 31 Top-Ten-Titel und lässt damit posthum auch Michael Jackson hinter sich, der bisher diese Rangliste anführte: Kein Wunder vielleicht, dass im neuesten Drake-Song der tote Jackson auch noch mitsingen darf.

Drake auf dem roten Teppich 2011 | Bildquelle: AP
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Immer recht freundlich: Drake bei einem Auftritt 2011.

Auf dem neuen Album lüftet er ein Geheimnis

Drake ist 31 Jahre alt. Geschätztes Jahreseinkommen: Irgendwas um die 100 Millionen. Das jüngste Doppelalbum "Scorpion" wurde innerhalb von nur einer Woche über die Streaming-Plattformen dieser Erde über eine Milliarde Mal abgespielt - natürlich Weltrekord. Der Kerl, der gelegentlich so belanglos klingt wie Hipster-Kaufhausmusik, ist genauso wie er klingt, ein ganz lieber Junge: Sein Gangster-Rapper-Kumpel Lil Wayne riet ihm einst: Sei wie du bist, hör nie auf zu lächeln, werde nicht gemein und fies. Und rappe über das Leben, Frauen, Familie. Das macht der gelernte Schauspieler offenbar so erfolgreich, dass der schwarze Papa und seine jüdische Mama stolz sein können. Überhaupt seine Mutter: Sie sagt er, habe ihm den Respekt vor Frauen beigebracht.

Sein bisher dunkelstes Geheimnis: Er ist Vater eines unehelichen Kindes. Verkündet hat er die Neuigkeit übrigens mit großem Brimborium auf der jüngsten CD. Er habe sein Kind nicht vor der Welt versteckt, er habe die Welt vor seinem Kind versteckt, rappt er. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schrieb, Drake klinge wie eine sanfte, nicht unangenehme Depression.

Rap-Sirup für die Massen

Rap-Sirup sagen die paar Menschen, die ihn nicht so gern mögen. Ihm  ist das alles egal. Auf Kritik gibt er wenig, wer ihm was zu sagen hat, sollte Twitter wählen, sagt der König des Rap selbst. Eine Massenmeinung sei Twitter, formuliert es Drake und deshalb wohl wichtig. Gleiches könnte man auch über seine Musik sagen.

"Gods Plan" - Kanadas Rapper Drake bricht alle Chart-Rekorde
Georg Schwarte, ARD New York
11.07.2018 00:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 10. Juli 2018 um 22:38 Uhr.

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