Döner Kebap | Bildquelle: dpa

Europaparlament zu Phosphat Döner bleibt Döner

Stand: 13.12.2017 14:37 Uhr

Der Döner darf in Deutschland so bleiben wie er ist. Gefrorene Fleischspieße dürfen weiterhin mit Phosphaten haltbar gemacht werden. Das geht aus einer Abstimmung des Europaparlaments hervor. Sozialdemokraten und Grüne wollten die Phosphat-Genehmigung stoppen.

Der Döner darf auch weiterhin Phosphate enthalten. Im Europaparlament in Straßburg scheiterte der Versuch, die Erlaubnis für Phosphat im Döner durch die EU-Kommission zu stoppen. Die Abstimmung ging äußerst knapp aus. Es fehlten nur drei Stimmen, um die nötige absolute Mehrheit von 376 Stimmen zu erreichen und die Phosphat-Erlaubnis auszusetzen.

Der Streit hatte sich an einer Gesetzeslücke entzündet. Bei der europäischen Regelung über Zusatzstoffe in Lebensmitteln war vergessen worden, Phosphate in rohem, tiefgefrorenem Fleisch miteinzubeziehen. Hersteller verwenden diese Zusatzstoffe häufig in Döner- und Gyrosspießen, um das Fleisch haltbarer zu machen und den Geschmack zu verstärken.

Plenarsitzung des Europaparlaments in Straßburg | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Nur drei Stimmen fehlten im Europaparlament - sonst hätte es vorerst keine Genehmigung für Phosphat im Dönerfleisch gegeben.

Jedes Land macht, was es will

Weil es für dieses Fleisch in der EU noch keine einheitliche Regelung gibt, macht jedes Land es so, wie es möchte. In Deutschland zum Beispiel sind Phosphate erlaubt - sowohl in tiefgefrorenem als auch in frischem Dönerfleisch. In Tschechien und Griechenland dagegen sind die Zusatzstoffe in Tiefkühl-Döner verboten. Die EU-Kommission will nun diese Gesetzeslücke schließen. Sie hat sich dafür ausgesprochen, dass Phosphate europaweit in tiefgekühlten Fleischspießen verwendet werden dürfen.

Döner darf weiterhin Phosphate enthalten
Karin Bensch, ARD Brüssel
13.12.2017 16:49 Uhr

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Gesundheitliche Bedenken

Dagegen hatten Grüne und Sozialdemokraten ihr Veto eingereicht. Sie scheiterten nun mit 373 Stimmen bei der Abstimmung im Europaparlament. Sie hatten vorgeschlagen, die Ergebnisse einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit abzuwarten, die Ende nächsten Jahres vorliegen sollen. Die Behörde überprüft Gesundheitsrisiken durch Phosphate in Lebensmitteln. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie zum Beispiel für Nierenkranke gefährlich sein können und dass sie das Herzinfarkt-Risiko erhöhen sowie Knochen und Muskeln schwächen sollen.

Nun hat sich der Vorschlag der Kommission durchgesetzt: Phosphate sind künftig EU-weit in tiefgefrorenem Spießfleisch erlaubt. Für Döner in Deutschland ändert sich damit nichts.

Mit Informationen von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichteten Deutchlandfunk am 13. Dezember 2017 um 5:45 Uhr und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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