Zehntausende protestieren in Barcelona für mehr Flüchtlinge | Bildquelle: dpa

Großdemo in Spanien "Öffnet die Grenzen!"

Stand: 19.02.2017 14:35 Uhr

Zehntausende Spanier haben ihre Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aufgefordert. Hintergrund ist eine Zusage von Ministerpräsident Rajoy, rund 16.000 Schutzsuchende aufzunehmen. Tatsächlich ließ er aber nur 1100 ins Land.

Bei einer Großdemonstration in Barcelona haben Zehntausende Menschen die spanische Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Kriegsgebieten aufgerufen. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl auf rund 160.000. Die Veranstalter sprachen von 300.000 Teilnehmern.

Zu der Massenkundgebung hatte die Nichtregierungsorganisation "Casa Nostra Casa Vostra" (Mein Haus ist dein Haus) aufgerufen. Die Demonstranten zogen mit Bannern wie "Genug der Ausreden! Nehmt sie jetzt auf!" und "Keine weiteren Toten, öffnet die Grenzen" vom Stadtzentrum zur Mittelmeerküste.

Zehntausende protestieren in Barcelona für mehr Flüchtlinge | Bildquelle: dpa
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Mit blauer Kleidung und blauen Flaggen demonstrieren Zehntausende für mehr Flüchtlinge

Blaue Kleidung, blaue Flaggen

Die Organisatoren hatten die Teilnehmer gebeten, blaue Kleidung und blaue Flaggen zu tragen, damit der Menschenzug wie eine gewaltige Welle wirke. Spanien und die Europäische Union müssten endlich ihrer Verpflichtung nachkommen, notleidenden Menschen aus Konfliktregionen Zuflucht zu gewähren und eine integrative Gesellschaft aufzubauen, hieß es.

Die konservative Regierung in Madrid hatte sich 2015 verpflichtet, rund 16.000 Asylbewerber aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. Dies ist Teil eines Umverteilungsplans, auf den sich die Europäische Union verständigt hatte. Bislang nahm Spanien im Rahmen dieses Plans jedoch erst 1100 Menschen auf.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Februar 2017 um 23:30 Uhr.

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