Passanten vor dem Weißen Haus in Washington | Bildquelle: REUTERS

Ein Jahr nach Charlottesville Rechtsextreme wollen vors Weiße Haus

Stand: 12.08.2018 14:59 Uhr

Am Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville wollen Rechtsextremisten in Washington demonstrieren. Bei der Kundgebung treten Neonazis und Rassisten auf - zum Beispiel vom Ku Klux Klan.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Die Polizei in Washington gibt sich gerüstet. Sie ist an Demonstrationen gewöhnt, aber diesmal versichert Polizeichef Peter Newsham ausdrücklich, dass es Aufgabe der Polizei sei, dass die Veranstaltung ohne Gewalt und Zerstörungen ablaufe. "Wir werden die ganze Polizei-Behörde im Einsatz haben, um das zu händeln."

Anlass ist die Demonstration "Unite the right 2" (Vereinigt die Rechte 2), die heute vor dem Weißen Haus in Washington stattfindet. Es ist die Neuauflage der Demonstration vor einem Jahr in Charlottesville, die Neonazis und Rechtsextreme aus dem ganzen Land anzog. Sie endete in gewalttätigen Ausschreitungen und dem Tod einer Gegendemonstrantin.

Vor dem rechten Aufmarsch in Washington
tagesschau 20:00 Uhr, 12.08.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Mehrere Gegendemonstrationen angemeldet

Veranstalter der Demonstration ist wieder Jason Kessler. Er ist ein rechtsextremer Nationalist, der davon überzeugt ist, dass Weiße in den USA benachteiligt werden. Der Radiosender NPR befragte ihn nach seinem Weltbild. Kessler sagte, Weiße seien die einzige Gruppe, die sich nicht organisieren dürfe. Schwarze organisierten sich in "Black lives matter", Juden hätten die ADL, Muslime hätten Cair. Kessler sagte, ihm gehe es darum, friedlich seine Meinung zu sagen. Laut Medienberichten gehören zu den Rednern bekannte Neonazis und Rassisten, zum Beispiel David Duke vom Ku Klux Klan.

Gleichzeitig sind mehrere Gegendemonstrationen angemeldet. Zur größten von ihnen haben 40 Gruppen aufgerufen. Mark Lance gehört zu den Organisatoren: "Wir werden der Welt zeigen, was für eine Stadt wir sind: die vielfältigste und bunteste Stadt in Amerika, die fortschrittlichste Stadt", sagt er. "Die Idee, dass die hier herkommen und die Verbrechen feiern, die sie in Charlottesville begangen haben - das macht viele Leute zornig."

Rechte Demonstranten in Charlottesville | Bildquelle: AP
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Rechte Demonstranten in Charlottesvilleim vergangenen Jahr. In diesem Jahr wurden Demonstrationen verboten. Die Innenstadt ist abgeriegelt.

Ausnahmezustand in Charlottesville

Die Polizei in Washington will verhindern, dass sich Demonstranten und Gegendemonstranten in die Quere kommen. Der Polizei-Einsatz in Charlottesville vor einem Jahr war heftig kritisiert worden, der Polizeichef trat deswegen zurück. Bei den Demonstrationen vor einem Jahr steuerte ein Rechtsextremist ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten. Die 32-jährige Heather Heyer starb, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Die Stadt in Virginia leide noch immer unter den Folgen der gewalttätigen Ausschreitungen, sagte Don Gathers, Diakon und Aktivist von Black Lives Matter. "Leute sind noch immer beklommen, wenn sie die vierte Straße entlang laufen", sagt er. "Einfach nur die Straße überqueren, bringt Leute an den Rand eines Traumas, weil sie nicht wissen, was sie erwarten können."

Die Behörden wollen an diesem Wochenende in Charlottesville auf Nummer sicher gehen. Demonstrationen wurden verboten, der Gouverneur verhängte den Ausnahmezustand. Die Innenstadt ist abgeriegelt.

Rechtsextreme Nationalisten wollen nach Washington
Jan Börsch, ARD Washington
12.08.2018 16:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 12. August 2018 NDR Info um 16:00 Uhr und die tagesschau um 20:00 Uhr.

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