Syrische Sicherheitskräfte inspizieren die Schäden am Ort des Anschlags. | Bildquelle: REUTERS

Krieg in Syrien Islamisten bekennen sich zu Terroranschlag

Stand: 12.03.2017 16:59 Uhr

Zu dem gestrigen Anschlag in Damaskus hat sich eine Al-Kaida-nahe Terrorgruppe bekannt. Die meisten der Todesopfer sind offenbar schiitische Pilger aus dem Irak. Die Regierung in Bagdad bestätigte "Dutzende" getötete Bürger.

Zu dem schweren Doppelanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat sich das Terrornetzwerk Tahrir al-Scham bekannt, das Al Kaida nahe steht. "Zwei Helden des Islam" hätten das Attentat verübt, hieß es in der Erklärung. Ziel seien pro-iranische und mit der syrischen Regierung verbündete Kämpfer gewesen.

Bei dem Anschlag nahe schiitischer Schreine in der Altstadt von Damaskus waren allerdings vor allem schiitische Pilger aus dem Irak getötet worden. Die Zahl der Todesopfer wird von der syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London inzwischen mit 74 angegeben. Offizielle Angaben der Regierung in Damaskus liegen nicht vor. Anschläge in der syrischen Hauptstadt sind eher selten. Die syrische Armee versucht, Damaskus so gut es irgend geht zu sichern.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Viele Iraker getötet

Dutzende der Toten seien Iraker, teilte das Außenministerium in Bagdad mit. 120 Iraker seien verwundet worden. "Die internationale Gemeinschaft muss dieses terroristische Verbrechen auf irakische Zivilisten, die eine heilige Stätte besuchten, verurteilen", sagte Ministeriumssprecher Ahmed Dschamal.

Das Bundesaußenministerium verurteilte die Tat aufs Schärfste. Etliche Menschen seien in Damaskus getötet und verletzt worden, die nur friedlich ihre Religion ausüben wollten, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. "Auch dieses tragische Ereignis zeigt: Syrien braucht dringend eine politische Lösung, damit sektiererische Gewalt keinen Nährboden findet."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2017 um 18:00 Uhr und NDR Info am 12. März 2017 um 19:00 Uhr.

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