Karte: Russland Dagestan

Südrussland Mann erschießt fünf Kirchgängerinnen

Stand: 18.02.2018 22:35 Uhr

Kurz nach einem Gottesdienst hat ein Mann in der südrussischen Unruheregion Dagestan mehrere Menschen getötet. Er selbst wurde am Tatort von der Polizei erschossen. Der IS reklamiert die Tat für sich.

Vor einer orthodoxen Kirche in der südrussischen Teilrepublik Dagestan hat ein junger Mann fünf Gottesdienst-Besucherinnen getötet. Zudem seien mindestens drei Menschen verletzt worden, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Machatschkala mit.

Der Mann soll mit einem Jagdgewehr auch auf einen Polizisten und ein Mitglied der Nationalgarde geschossen haben. Tatort war eine Kirche in der Stadt Kisljar mit rund 50.000 Einwohnern, die in der Nähe der Grenze zu Tschetschenien liegt. Der mutmaßliche Täter wurde am Tatort von der Polizei erschossen. Er hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass auch ein Messer bei sich. Sein Motiv ist noch unbekannt.

Das zentrale Ermittlungskomitee leite Untersuchungen wegen Mordes an mehreren Personen ein. Die Agentur Interfax meldet unter Berufung auf das Ermittlungskomitee, bei dem Angreifer handele es sich um einen 1995 geborenen Bewohner von Kisljar.

Spekulation über islamistischen Hintergrund

Russische Medien spekulierten darüber, ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hatte. In sozialen Netzwerken reklamierte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) die Tat für sich, ohne Belege dafür zu veröffentlichen.

Im Nordkaukasus kommt es immer wieder zu Schießereien, die sich besonders gegen die Behörden richten. In der Region kämpfen kriminelle Banden sowie radikalislamische Gruppen gegen die Zentralregierung. In der Region haben sich mehrere Hundert Menschen der Terrormiliz IS angeschlossen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2018 um 00:00 Uhr.

Darstellung: