Flüchtlinge in Dänemark | Bildquelle: picture alliance / dpa

Parlamentsbeschluss Dänemark verschärft Asylgesetze deutlich

Stand: 26.01.2016 17:13 Uhr

Das dänische Parlament hat eine deutliche Verschärfung der Asylregeln beschlossen. Demnach darf Flüchtlingen künftig Bargeld und Schmuck oberhalb von 10.000 Kronen (1340 Euro) abgenommen werden, um ihre Unterbringung mitzufinanzieren.

Asylbewerber in Dänemark müssen sich künftig sehr viel schärferen Regeln unterwerfen. Das dänische Parlament billigte umstrittene Verschärfungen des Asylrechts. Unter anderem kann die Polizei künftig Asylbewerbern Wertgegenstände und Bargeld im Wert von mehr als 10.000 Kronen (umgerechnet rund 1340 Euro) abnehmen. So sollen sie ihren Aufenthalt in Dänemark mitfinanzieren. Der Familiennachzug wird erschwert und die Dauer von Aufenthaltsgenehmigungen verkürzt.

Asylgesetze in Dänemark
tagesschau 16:00 Uhr, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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Ziel: Zahl der Flüchtlinge reduzieren

Asylbewerber dürfen künftig auch erst nach drei Jahren den Nachzug von Familienangehörigen beantragen, die Bearbeitung kann dann weitere Jahre dauern. Menschenrechtsgruppen sehen darin einen Bruch von UN-Flüchtlingskonventionen. Dänemark registrierte im vergangenen Jahr 21.000 Asylgesuche. In Schweden waren es 163.000, in Deutschland knapp 477.000.

Ziel der Regierung ist es, die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren. Die Verschärfung der Asylregeln stieß schon im Vorfeld auf Kritik. So wurde die Beschlagnahmung von Bargeld und Schmuck mit der Enteignung der Juden durch die Nazis verglichen.

Clas Oliver Richter, ARD Stockholm, zur Verschärfung der Asylgesetze
tagesschau24 11:00 Uhr, 26.01.2016

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