Der deutsche Dschihadist Denis Cuspert | Bildquelle: dpa

Deutscher IS-Kämpfer Denis Cuspert auf US-Terrorliste

Stand: 10.02.2015 07:17 Uhr

Für die US-Regierung ist er ein "bereitwilliges Sprachrohr" des "Islamischen Staats" und ein Risiko für die nationale Sicherheit: Denis Cuspert alias Deso Dogg, Deutschlands wohl bekanntester Islamist. Die USA setzten ihn nun auf die Terrorliste.

Die USA haben den früheren Berliner Rapper Denis Cuspert auf ihre Terrorliste gesetzt. Der 39-Jährige sei ein aktives Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und werde als "globaler Terrorist" eingestuft, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Sämtliches Vermögen von Cuspert im Zuständigkeitsbereich der US-Justiz werde eingefroren. Außerdem seien US-Bürgern fortan Geschäftsbeziehungen mit Cuspert untersagt.

Cuspert gilt als einer der bekanntesten aus Deutschland stammenden Islamisten. Spätestens Anfang 2010 bestanden laut dem deutschen Verfassungsschutz Kontakte zur Berliner Al-Nur-Moschee, die als eine der Zentren ultrakonservativer Salafisten gilt. Nach Angaben des US-Außenministeriums hatte er sich im Jahr 2012 als "ausländischer Terrorkämpfer" der IS-Miliz angeschlossen und trat seitdem in mehreren Propagandavideos der Dschihadisten auf. Die jüngsten Aufnahmen stammen demnach vom vergangenen November und zeigen, wie Cuspert offenbar einen abgeschnittenen Kopf eines hingerichteten IS-Gegners hochhält.

"Sprachrohr für die Dschihadisten"

Der gebürtige Berliner, der als Rapper Deso Dogg Musik machte, nennt sich heute Abu Talha al Almani. Laut US-Außenministerium scheint seine Aufgabe bei der IS-Miliz vor allem darin zu bestehen, neue Kämpfer aus deutschsprachigen Ländern zu rekrutieren. Cuspert sei "ein bereitwilliges Sprachrohr" für die Grausamkeiten der Dschihadisten. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" ermittelt auch die Bundesanwaltschaft gegen Cuspert wegen mutmaßlich in Syrien begangener Kriegsverbrechen.

Denis Cuspert: Rapper - Islamist - Dschihadistisches Vorbild im Netz
tagesschau24 15:15 Uhr, 08.09.2014, Lena Döring, rb

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Obama lobt deutsche Waffenlieferungen an Peschmerga

Die US-Regierung gab die Aufnahme des IS-Kämpfers auf die Terrorliste während eines Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington bekannt. Bei Merkels Beratungen mit US-Präsident Barack Obama ging es auch um den Kampf gegen die Dschihadisten, die weite Gebiete in Syrien und im Irak unter ihre Kontrolle gebracht haben. Obama lobte bei einer Pressekonferenz die deutschen Waffenlieferungen für die kurdischen Peschmerga-Verbände, die im Nordirak gegen die IS-Miliz kämpfen, als "bedeutenden Meilenstein".

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