Selfie des Mars-Rovers Curiosity | Bildquelle: dpa

Rover Curiosity wird fünf Selfies vom Mars

Stand: 06.08.2017 10:18 Uhr

Seit fünf Jahren rollt der Rover Curiosity über den Mars. Das Labor auf Rädern sucht nach Spuren von Wasser und Leben. Die NASA ist mit den Ergebnissen höchst zufrieden. Aber sie hat immer wieder mit Alltagsproblemen zu kämpfen.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Der Jubel war groß vor fünf Jahren beim Curiosity-Team. Der Rover war sicher auf dem Mars gelandet. So groß wie ein Kleinwagen, ausgestattet mit Kameras, Messinstrumenten, einem Labor. Seit seiner Landung ist er 17 Kilometer gefahren, hat immer wieder Bodenproben genommen.

Projekt-Wissenschaftler Ashwin Vasavada erklärt, es gehe dabei in erster Linie um "Bewohnbarkeit", um die Frage, ob der Mars jemals die Bedingungen hatte, Leben zu unterstützen. Darum sei Curiosity zum Mars geschickt worden.

Eine Reise, die kostet

Hinter dem Programm steht zurzeit ein Fragezeichen: Die nächste Rover-Mission soll 2020 starten, allerdings kämpft sie mit gestiegenen Kosten.

Kürzlich warnte die "Planetary Society", die NASA brauche mehr Geld für einen neuen Satelliten, der den Mars umkreist, ansonsten könnten Daten der Rover bald nicht mehr zur Erde übermittelt werden.

Der Gale-Krater auf dem Mars | Bildquelle: dpa
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Am Rande des Gale-Kraters landete Curiosity vor fünf Jahren.

Der Rover tut, was er soll

Der Betrieb von Curiosity geht aber unvermindert weiter. Er schickt regelmäßig Fotos: Panorama-Aufnahmen, sogar Selfies. Vasavada zeigt ein Bild, auf dem eine Sanddüne zu sehen ist - ein Vorgang wie auf der Erde. Der Wind weht, er nimmt Geröll und Sand mit, dieser häuft sich zu Dünen.

Aber, so Vasavade, "eine Sache wird man nie auf der Erde finden: Kleine Wellen in dieser Form - die gibt es nur in der dünnen Atmosphäre des Mars."

Mount Sharp auf dem Mars | Bildquelle: dpa
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Der Mount Sharp auf dem Mars - aufgenommen von Curiosity

Neue Erkenntnisse

Curiosity hilft nicht nur, unser Bild vom Mars zu formen. Er liefert auch ein eine Unmenge an Daten. Mit ihrer Hilfe fanden Forscher heraus, dass der Mars früher einmal feuchter und wärmer war, Sauerstoff in seiner Atmosphäre hatte und es organische Moleküle gibt.

Der Mars hatte mal Bedingungen, die für Leben notwendig sind - und das für eine lange Zeit.

Mars-Rover Curiosity | Bildquelle: dpa
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Er rollt und rollt und rollt: Curiosity soll noch Jahre auf dem Mars umherfahren.

Löcher in den Rädern

Bei der Mission verlief nicht alles reibungslos: Nach knapp zwei Jahren tauchten plötzlich große Löcher in den sechs Rädern auf. Die Sorge war, dass Curiosity bald nicht mehr fahren könnte.

Die Wissenschaftler um Projektmanager Jim Erickson machten sich an die Fehlersuche. Sie kauften neue Räder und zerstörten sie mit Dingen, die im Verdacht standen, die Schäden ausgelöst zu haben.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen entwickelten sie neue Modelle, wie Curiosity auf spitzen Steinen oder Sand fahren könnte. Ein kostspieliges Unterfangen. Schließlich programmierten sie die Steuerung des Rovers um, so dass er noch vorsichtiger unterwegs ist.

Wissenschaftler bei einem Modellversuch mit den Reifen des Mars-Rovers Curiosity | Bildquelle: dpa
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Reifentest: NASA-Wissenschaftler bei einem Mobilitätsversuch mit Curiosity.

Curiosity muss auf sich selbst aufpassen

Generell muss der Rover beim Fahren auf sich selbst aufpassen. Weil Signale zwischen Erde und Mars gut eine Viertelstunde brauchten, kann man ihn nicht einfach fernsteuern.

Morgens laden die Forscher darum ein Programm hoch, das der Rover dann tagsüber abarbeitet. Wenn er meint, es gibt Hindernisse, ist er in der Lage, das Programm selbstständig zu stoppen. Abends sendet er dann einen Report zurück zur Erde.

Alt - aber noch nicht reif fürs Altenteil

Projekt-Wissenschaftler Vasavada sagt, Curiosity gehe es großartig. "Er wird älter. Dinge gehen mal kaputt. Wir haben aber noch viel vor und wir glauben, wir haben noch drei, vier oder fünf Jahre Forschung vor uns."

Vielleicht hält er ja sogar noch länger durch. Der zweite Rover auf dem Mars, Opportunity, ist schon seit 13 Jahren unterwegs - viel länger als geplant.

Allerdings kurvt Opportunity auf der anderen Seite den Planeten. Darum spielt Curiosity seine Geburtstagsmelodie ganz für sich alleine.

Fünf Jahre Mars-Rover Curiosity

06.08.2017 09:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 06. August 2017 um 09:37 Uhr.

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